„Systemrelevanter Bestandteil der Gesundheitswirtschaft: Heilbäder und Kurorte leisten unverzichtbaren Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise!“ – Präsidentin Brigitte Goertz-Meissner im Gespräch

Die 350 staatlich anerkannten Heilbäder und Kurorte in Deutschland sind mit ihren kurörtlichen Einrichtungen, Leistungen und Rehabilitationskliniken ein systemrelevanter, unverzichtbarer Teil der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitsversorgungssystems. Sie sind ausgewiesene Versorgungs- und Kompetenzzentren für Nachsorge und Gesundheitsprävention und verfügen über medizinisch-therapeutische Kompetenzen und Qualifikationen, um einen substanziellen Beitrag in der Krise leisten zu können. In der Regel in den ländlichen Räumen gelegen, haben sie auch eine besondere strukturpolitische Bedeutung – im Hinblick auf ihre Wirtschaftskraft, die medizinische und therapeutische Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum und ihre gesellschaftliche Bedeutung. So stehen die Orte für knapp ein Drittel aller Übernachtungen in Deutschland und 510.000 hoch qualifizierte Arbeitsplätze.

“Die Kommunen der Heilbäder und Kurorte müssen dringend finanzielle Unterstützung erhalten!” betont Brigitte Goertz-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbänderverbandes e.V. Was jetzt für die Heilbäder und Kurorte wichtig ist? Hierzu waren wir mit Brigitte Goertz-Meissner im Gespräch.

Brigitte Goertz-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbänderverbandes e.V.

GTB: Der Deutsche Heilbäderverband e.V. hat gemeinsam mit den Landes- und Spartenverbänden und unter fachlicher Begleitung von PROJECT M und KECK Medical ein Papier „Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen: Der Beitrag der Heilbäder und Kurorte in Deutschland“ mit Forderungen nach finanzielle Unterstützungsmaßnahmen und der unmittelbaren, schrittweisen Öffnung der Gesundheitsrichtungen und -angebote erarbeitet und veröffentlicht. Was sind die Kernaussagen in diesem Papier?

Goertz-Meissner: Die Corona-Pandemie und ihre Folgen stellen die 350 Heilbäder und Kurorte in Deutschland vor existenzbedrohende Herausforderungen. Nicht nur Rehabilitationskliniken, Mutter/Vater-Kind-Kliniken und Beherbergungsbetriebe, sondern auch kommunale Thermen, Bäder, Kurmittelhäuser, Trink- und Wandelhallen uvm mussten schließen. Ausgerichtet auf die zahlreichen Patienten (oft chronisch Kranke) sowie auf gesundheitsbewusste Gäste haben die oft kleinen Kommunen eine äußerst kosten- und personal-intensive Gesundheitsinfrastruktur zu finanzieren bei aktuell Null Einnahmen! Vielerorts drohen Insolvenzen, die von Experten bereits vor Mitte des Jahres erwartet werden. 
Dass auch die Kommunen der Heilbäder und Kurorte dringend finanzielle Unterstützung erhalten müssen, um ihre in der Regel personal- und kostenintensiven Gesundheitseinrichtungen zu erhalten ist unsere dringlichste Forderung. Vor diesem Hintergrund fordern der Deutsche Heilbäderverband e.V., die Landesheilbäderverbände sowie die Spartenverbände folgende Maßnahmen:

  • Das bestehende Soforthilfepaket des Bundes und der Länder soll künftig auch kurörtlichen Unternehmen in einem staatliche anerkannten Kur- und Heilbad unabhängig von der Gesellschafts- und Rechtsform zur Verfügung gestellt werden. Dies soll ebenfalls für alle kurörtlichen Einrichtungen der Heilbäder und Kurorte in kommunaler Trägerschaft gelten wie beispielsweise Gesundheitszentren, Thermen, Gesundheitsbäder.
  • Die prädikatisierten Heilbäder und Kurorte sollen eine Pauschalförderung in Höhe der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Mindereinnahmen im Bereich der Kurtaxe, der Fremden-verkehrsabgabe und der Einbußen durch nicht erfolgte kurörtliche Veranstaltungen erhalten.
  • Die Vergabe von KfW-Krediten für kurörtliche Unternehmen und Einrichtungen soll unabhängig von der Gesellschafts- und Rechtsform der Betriebe und Organisationen zinslos und mit einer Laufzeit von 10 bis 15 Jahren, bei einer Aussetzung der Tilgung im ersten Jahr, erfolgen. Weitere Optionen für zusätzliche zinslose Darlehen sind darüber hinaus erforderlich.
  • Der Umsatzsteuersatz für alle Umsatzbereiche in kurörtlichen Gesundheitseinrichtungen, wie z.B. Thermen, Gesundheitszentren, Kurmittelhäuser soll auf 7 % gesenkt werden.
  • Für die Entwicklung und Bereitstellung von Maßnahmen der Nachsorge von durch SARS-COV-2 direkt und indirekt ausgelösten Erkrankungen sollen den Heilbädern und Kurorten Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.

Neben den finanziellen, dringend notwendigen Unterstützungsmaßnahmen ist es notwendig, die Gesundheitsangebote und -einrichtungen unmittelbar wieder zu öffnen, wobei der Schutz der Gesundheit selbstverständlich oberste Priorität hat. Was die erforderlichen Schutz- und Hygieneanforderungen anbelangt können die Heilbäder und Kurorte ihre langjährige Erfahrung und Kompetenz einbringen.

GTB: Die Heilbäder und Kurorte nehmen eine wichtige gesellschaftliche und gesundheitspolitische Funktion in der Nachsorge und Gesundheitsprävention ein. Warum ist eine unmittelbare Öffnung aus Ihrer Sicht so wichtig und was muss in den Heilbädern und Kurorten im Besonderen beachtet werden?

Goertz-Meissner: In der Folge der Corona-Pandemie werden nicht nur die unmittelbaren Folgen einer Corona-Erkrankung therapiert werden müssen sondern auch Begleiterkrankungen wie zum Beispiel psychische Belastungen, kardiologische und psychosomatische Folgeerkrankungen. Darüber hinaus müssen wir davon ausgehen, dass in Kürze gehäuft Patienten in unseren Rehabilitationskliniken therapieren werden müssen, die ihre Operationen aufgrund der Pandemie verschieben mussten oder wollten. Rehabilitation und Kuren im Hinblick auf die direkt und indirekt ausgelösten Krankheitsbilder erfahren somit einen erheblichen Bedeutungszuwachs. Auf diesen müssen wir uns alle schnellstmöglich vorbereiten.

GTB: Die Corona-Pandemie wird wohl auch umfassende mittel- und langfristige Auswirkungen haben. Wie wird sich die Pandemie aus Ihrer Sicht mittel- und langfristig auf die Heilbäder und Kurorte als wichtiger Bestandteil der Gesundheitswirtschaft auswirken? Welche Herausforderungen aber auch Chancen sehen Sie diesbezüglich?

Goertz-Meissner: Die größte Herausforderung wird sein, mit Soforthilfeprogrammen und Fördermitteln die hochwertigen, personal- und kostenintensiven,  in meinen Augen heute mehr denn je benötigten Gesundheitsinfrastrukturen  unserer Heilbäder und Kurorte zu erhalten und baldmöglichst den Bürgerinnen und Bürgern wieder zugänglich zu machen. Das sich in den vergangenen über 10 Jahren kontinuierlich steigende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, wird nach der Pandemie weiter wachsen.
 
Aufgrund der sich abzeichnenden Wirtschafts- und Finanzkrise wäre es in meinen Augen dringend erforderlich, dass auch der weniger einkommensstarken Bevölkerungsschicht der Zugang zu einer ambulanten Vorsorgemaßnahme (Kur) ermöglicht wird. In den vergangenen Jahren war die kontinuierlich wachsende Nachfrage in unseren Heilbädern und Kurorten eindeutig auf die einkommensstarke Bevölkerungsschicht zurückzuführen, die eine ambulante Vorsorgemaßnahme – oft in regelmäßigen Abständen – privat finanziert wahrnehmen konnte. Primär handelt es sich bei unseren Gästen, die eine ambulante Vorsorgemaßnahme oder sonstige Gesundheitsangebote wahrnehmen, um chronisch Kranke, wie z.B.  Rheumatiker, Asthmatiker, psychosomatisch Erkrankte oder Menschen mit dermatologischen oder orthopädischen Krankheitsbildern.
Sie alle können ihre Lebensqualität steigern, schlimmere Krankheits-verläufe hinauszögern oder gar abwenden. Diese Chance sollte man allen Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen weshalb wir seit vielen Jahren schon fordern, dass die ambulante Vorsorgemaßnahme nach §23 SGB V als Pflicht- und nicht wie bisher als Kann-Leistung verankert wird.   
Heilbäder und Kurorte sind ausgewiesene Versorgungs- und Gesundheitskompetenzzentren für Nachsorge und Gesundheitsprävention. Sie sind ein wichtiger Bestandteil im der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitssystems. Ich bin mir sicher, dass sie in und auch nach der Corona-Pandemie einen wichtigen Beitrag leisten können. Mittel- und langfristig werden sie immer weiter an Bedeutung gewinnen. Das Gesundheitsbewusstsein der Menschen wird nach der Pandemie noch deutlicher steigen. Der Trend nach natürlichen Heilmitteln ist ebenso seit Jahren erkennbar wie der Wunsch nach einer ganzheitlicher. All das bieten die staatliche anerkannten Heilbäder und Kurorte mit ihrer über 125-jährigen medizinischen und therapeutischen Tradition und Innovation.  

GTB: Vielen Dank für das gute Gespräch, Frau Goertz-Meissner. Bleiben Sie gesund!

Umfrage – Kurorte-Klima: Überblick über die aktuelle Geschäftslage und Auswirkungen auf Heilbäder und Kurorte – Die 7. Woche.

Auch weiterhin infizieren sich täglich Menschen mit dem Corona-Virus. Aktuell verzeichnen wir weltweit über 3.610.000 Infektionsfälle, davon 166.304 in Deutschland (Johns Hopkins University, Stand: 05.05.2020, 17:32 Uhr). Die Zahlen in Deutschland entwickeln sich langsam positiv. Den Infizierten stehen derzeit 135.100 Genesene gegenüber, sodass wir von 31.204 aktiven Fällen sprechen. Auch die Zahl der Neuinfizierten sinkt nach und nach. Die Verdoppelungszeit der Corona-Fallzahlen beträgt in Deutschland 97 Tage (Statista 2020, Stand: 04.05.2020).

Die ersten Länder lockern entsprechend die strengen Corona-Maßnahmen und öffnen schrittweise den Tourismus. Mit klaren Stufenplänen werden nun in Niedersachsen, Hessen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und weiteren Ländern zunächst touristische Einrichtungen und Betriebe sukzessive geöffnet. Morgen, am 06.05.2020 wird die Bundeskanzlerin erneut mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Viele von uns hoffen auf ein klares Signal für den Deutschlandtourismus und die Beantwortung von vielen Fragestellungen. Doch wie sieht es derzeit in den Heilbädern und Kurorte in Deutschland aus?

Zuversicht wächst: Die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate hellen weiter auf

Die Geschäftslage ist entsprechend der aktuellen Lage weiterhin schlecht. Dementgegen bewerten gut 85% der Teilnehmer die Geschäftserwartungen für die nächsten drei Monate als gleichbleibend oder besser. Noch im letzten Kurorte-Klima (21.04.2020) bewerteten rund 40% der Teilnehmer die Geschäftserwartungen noch schlechter als bisher. Dieser Wert ist in den letzten zwei Wochen um knapp 20 Prozentpunkte gesunken. Auch unsere Zusatzfrage spiegelt wider, dass wir kurz vor der schrittweisen Öffnung und dem Weg in eine „neue Normalität“ stehen. Die Nachfrageentwicklung nach möglichen Lockerungen bewerten einige Teilnehmer im Vergleich zum letzten Kurorte-Klima weiterhin positiv: Rund 2/3 der Teilnehmer bewerten die Nachfrageentwicklung befriedigend (25,9%) oder besser (37,0%) im Vergleich zum Vorjahr.

Rückgänge bestätigen weiterhin die alarmierende Lage. Aber: Nach und nach werden Neubuchungen verzeichnet.

Die Zahlen für das 2. Quartal des Jahres stabilisieren sich langsam. Die Lockerungen und Öffnungen werden schrittweise umgesetzt. In Bayern beispielsweise werden Gaststätten am 18.05 (Außenbereiche) bzw. 25.05 öffnen, Hotels erst am 30.05. Hingegen öffnen Gaststätten in Niedersachsen schon ab dem 11.05.2020, Hotels ab dem 25.05.2020 – natürlich unter Auflagen. Die Bewertung der Entwicklung der Rückgänge für das 2. Quartal ist keine Überraschung. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer rechnet mit einem Rückgang von über 75% im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 35,4% rechnen mit 50-75% Rückgang. Auch das 3. Und 4. Quartal wird in diesem Kurorte-Klima pessimistischer bewertet: Knapp 60% der Teilnehmer rechnen weiterhin mit Rückgängen von über 50% im Vergleich zum Vorjahr. Die essenzielle Frage, wann kurörtliche Einrichtungen wie Thermen & Bäder, Kurmittelhäuer, Wandelhallen, u.ä. wieder öffnen können bleibt auch heute unbeantwortet.

Positiv hingegen ist die Entwicklung der Neubuchungen. Ca. ¼ der Teilnehmer verzeichnen Neubuchungen – natürlich sind diese noch sehr verhalten und gering im Vergleich zu den Vorjahren. Der Drang der Menschen raus zukommen, die gewohnte Umgebung endlich verlassen zu dürfen, macht sich bemerkbar. Die Lust einen Urlaub zu planen und buchen ist spürbar – das bestätigten uns auch einige Betreiber von Beherbergungsbetrieben.

Die Zeit für den Tourismus nach Corona kommt!

Da nun den ersten Ländern konkrete Stufenpläne mit Lockerungen für den Tourismus beschlossen haben und diese zeitnah umgesetzt werden, sind wir sehr gespannt wie Sie als Experten vor Ort die Lage in den nächsten Wochen bewerten werden. Wir werden die Befragung fit für den Start in eine „Neue Normalität“ machen und möchten Sie auch heute schon bitten, sich an der Befragung auch in den kommenden Wochen zu beteiligen. Haben Sie Rückfragen? Sprechen Sie uns an.

1. Digitale Kurorte-Konferenz: Gemeinsame Position der Heilbäder & Kurorte für die Zeit nach der Krise gefordert – Fortsetzung bei 2. Konferenz am 06.05.20

Die 1. Digitale Kurorte-Konferenz von PROJECT M mit knapp 80 Entscheidern aus den Heilbädern und Kurorten brachte klare Impulse für die Vorbereitung des Neustarts nach der Krise. Im Kern ging es in zwei Workshop-Sequenzen und einer Podiumsdiskussion um die Fragen, wann und wie der Neustart erfolgen, in den Heil- und Kurbädern organisiert und gemanagt und wie ein Neustart aus gesundheitlicher und virologischer Sicht gestaltet werden kann. Ferner wurde über eine einheitliche Kommunikation in der aktuellen Situation und über zielgerichtete Angebote für die Nachsorge gesprochen.

Mit Vertretern aus Landesministerien, Landesheilbäderverbänden, Tourismus- und Kurdirektoren, Bürgermeistern und Leistungsträgern, Klinikchefs der Kurorte und Heilbäder sowie weiteren Interessierten aus ganz Deutschland wurden im Ergebnis folgende drei wesentliche Handlungsfelder herausgearbeitet, die es im Weiteren zu konkretisieren gilt:

  • Umgang in und mit der Krise (Innen- und Außenkommunikation, Krisenmanagement, etc.)
  • Angebots- und Produktentwicklung sowie Vertrieb im Hinblick auf relevante Marktsegmente mit Schwerpunkt auf Gesundheit sowie
  • “Systemrelevanz” und Bedeutsamkeit der Heilbäder und Kurorte als Kompetenz- und Versorgungszentren für Prävention und Nachsorge in und nach der Corona-Krise

Rolle und Bedeutung der Heilbäder und Kurorte in und nach der Corona-Krise

„Die Heilbäder- und Kurorte müssen sich auf einen starken dauerhaften Einbruch des etablierten Tourismus und auch Gesundheitstourismus auf bis zu zwei Jahren einstellen – und auch danach wird Vieles anders sein. Der Markt wird sich stark verändern. Die Kurorte und Heilbäder müssen jetzt ihre neue Rolle in dem Gesundheitssystem der Post-COVID-Zeit definieren und unverzüglich mit der Umsetzung beginnen“  so Dr. Andreas Keck, Geschäftsführer der KECK MEDICAL GmbH und des Syte Institute. „Systemrelevant ist das Angebot der Kur- und Heilbäder, da das Thema Gesundheit in und nach der Corona-Krise einen noch höheren Stellenwert erhalten wird. Die Angebote in den Kurorten und Heilbädern werden hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.“, so Cornelius Obier, Geschäftsführer der PROJECT M GmbH.

Verständigung auf übergreifendes Positionspapier der Bundes- und Landesverbände  – Abstimmungstermin bereits nächste Woche

Gefordert wird ein gemeinsames bundes- und länderweit übergreifendes Positionspapier der Heilbäder und Kurorte. Ein klares Bekenntnis hierzu und der Aufruf zur Zusammenarbeit erfolgte auf dem Podium durch Herrn Stefan Krieger, Kurdirektor von Bad Salzuflen und Vorstandsmitglied im Nordrhein-Westfälischen Heilbäderverband e.V.. Diesem Bekenntnis schlossen sich in der Diskussion die anderen auf dem Podium anwesenden Vertretern vom Heilbäderverband Niedersachsen e.V. (Vorstandsmitglied Dr. Maik Fischer) und vom Bayerischen Heilbäderverband e.V. (Vorsitzender des Marketingausschusses Thomas Jahn) an. Weitere anwesende Landesverbände erklärten direkt ihre Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung. So soll bereits nächste Woche ein Abstimmungstermin auch unter Mitwirkung des DHV stattfinden.

Wirken Sie mit: Befragung zu den Inhalten des Positionspapiers

In Vorbereitung dazu wird eine Kurzbefragung zu den Inhalten eines solchen Positionspapiers aus Sicht der Leser gestellt. Hierin können Sie die Inhalte des Positionspapiers mit begleiten. Beteiligen Sie sich gerne an der wöchentlich stattfindenden „Kurorte-Klima-Befragung“ auf diesem Blog!

Fortsetzung folgt: 2. digitale Kurorte-Konferenz findet am 06. Mai 2020

Eine zweite digitale Kurorte-Konferenz findet am 06. Mai 2020 statt und wird die Ergebnisse und Fragestellungen aus der ersten Veranstaltung aufnehmen und weiterentwickeln. Seien Sie dabei. Wir freuen uns auf Sie!

Umfrage – Kurorte-Klima: Überblick über die aktuelle Geschäftslage und Auswirkungen auf Heilbäder und Kurorte – Die 5. Woche.

Am 15. April hat die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, gemeinsam mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder den Beschluss erster Lockerungen der Beschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie beschlossen. Kleinere Geschäfte, Kfz- und Fahrradhändler, Buchläden u.ä. dürfen unter der Einhaltung von Auflagen wieder öffnen. Auch die Prüfungen der Abschlussklasse in den Schulungen werden durchgeführt und ab dem 4. Mai nehmen die Schulen und Hochschulen den Betrieb schrittweise wieder auf. Nichtsdestotrotz bleiben die vorhergehenden Beschlüsse und Entscheidungen des Corona-Kabinetts gültig und die getroffene Verfügung wird bis zum 3. Mai verlängert. Restaurants, Bars, Kneipen, Hotels, Dienstleistungsbetriebe bei denen körperliche Nähe unabdingbar ist bleiben weiterhin geschlossen. Großveranstaltungen sind bis Ende August nicht erlaubt und private Reisen und Besuche auch von Verwandten sind weiterhin nicht gestattet.

Bisher keine Erholung – die Geschäftslage bleibt weiterhin schlecht. Aber: Zuversicht für die nächsten Monate steigt.

Die Geschäftslage bleibt auch weiterhin schlecht – kein Wunder, denn auch weiterhin greifen die Verbote und Beschränkungen für den Freizeit- und Tourismussektor. Die im letzten Kurorte-Klima (07.04.2020) beschriebenen Lichtblicke wachsen. Es ist ein leichter, aber aus unserer Sicht realistischer Optimismus erkennbar. Der „Bodensatz“ wurde vor den Osterfeiertagen erreicht. Nun heißt es: Zeit nach vorne zu schauen, denn es wird für den Tourismus die Zeit nach Corona kommen.

Deutlich werden die Lichtblicke in Form von Zukunftshoffnung. Auch wenn immer noch der Großteil die Geschäftserwartung für die nächsten drei Monate als gleichbleibend (ca. 42 bis 44%) oder auch als schlechter (40 bis 42%) bewertet. Die Geschäftserwartungen generell fallen deutlich positiver aus. Im Vergleich zu unserem ersten Kurorte-Klima (24.03.2020) steigt die Zuversicht für eine bessere Geschäftserwartung für die nächsten drei Monate um 13,7 Prozentpunkte (eigener Kurorte & Heilbäder und Kurorte Deutschland insgesamt).

Dies spiegeln auch die Ergebnisse der Neubuchungen und Rückgänge wider. Die Lage wird klarer, Neubuchungen finden nur vereinzelt statt. Die Zahlen des ersten Quartals liegen vor und sind eindeutig: ca. 58% der Teilnehmer verzeichnen Rückgänge von bis zu 50%. Ein Drittel der Teilnehmer erfasst Rückgänge über 75%. Die Erwartungen für das zweite und die folgenden Quartale sind im Vergleich zu den vorhergehenden Ergebnissen auch etwas optimistischer, aber weiterhin vorsichtig. Auch wenn heute noch nicht klar ist wann – für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft wird es ebenfalls Lockerungen geben werden und müssen.

Neustart – Die Zeit für den Tourismus nach Corona wird kommen!

Die Erwartungen der Nachfrageentwicklung nach möglichen Lockerungen sind zurückhaltend zugleich aber auch hoffnungsvoll. Knapp die Hälfte der Teilnehmer schätzt die Nachfrageentwicklung im Vergleich zum Vorjahr schlechter ein. Hingegen schätzen 28% die Entwicklung als gleichbleibend, weitere 23% als besser ein. Wir gehen davon aus, dass sich das Reisegeschehen nach der Corona-Krise zunächst in die deutschen Reiseziele verlagert. Hiervon könnten insbesondere solche Destinationen profitieren, die den Bedürfnissen nach Sicherheit und Gesundheit in besonderem Maße entsprechen – die Heilbäder und Kurorte in Deutschland. Der Blick nach vorne ist wichtig und umfassende Vorbereitungsmaßnahmen das A und O. Der Neustart sollte vorbereitet sein. Schlüsselmaßnahmen in den Handlungsfeldern Infrastruktur & Anbieter, Marketing & Kommunikation sowie Organisation & Personal werden von den Teilnehmern werden als entscheidend bewertet. Dazu gehören neben der Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienevorschriften auch die Attraktivierung der Einrichtungen. Im Bereich Kommunikation stehen insbesondere Aspekte wie Flexibilität, Zielgruppenorientierung und die Werte Sicherheit und Vertrauen im Vordergrund. Im dritten Handlungsfeld „Organisation & Personal“ dreht sich alles um die Themen Digitalisierung und Neuorganisation.

TOP-Maßnahmen: Verschiebung von Ersatz-/Neuinvestitionen, Kürzung (Marketing-) Budget & Kurzarbeit.

Auch die möglichen Maßnahmen zur Kostenreduzierung zeigen weiterhin ein eindeutiges Bild. Auch heute noch zählen sowohl die Verschiebungen von Ersatz-/Neuinvestitionen, (Marketing-) Budgetkürzungen als auch die Nutzung von Kurzarbeit zu den wichtigsten Maßnahmen und Instrumenten. Insbesondere die flächendeckende Nutzung der Möglichkeit von Kurzarbeit erfreut uns sehr, denn Unternehmen und Mitarbeiter sollten nicht nur während der Krise gesund und widerstandsfähig bleiben, sondern auch gemeinsam den Weg aus der Krise zurück in den Tourismus finden. 

Der Blick in die Heilbäder und Kurorte bestätigt sich: Der Ruf nach staatlichen Hilfen wird immer lauter.

Unsere Zusatzfragen im Kurorte-Klima der letzten zwei Wochen bestätigen unseren Eindruck aus den Heilbädern und Kurorten. Gefordert sind gezielte staatliche Unterstützungsleistungen und Hilfspakete in unterschiedlichster Form wie beispielsweise Kurzarbeitergeld für Mitarbeiter in kommunalen Einrichtungen, zinslose Kredite, Senkungen von Abgaben und Förderungen ohne Rückzahlungen. Zusätzlich werden Aspekte wie Bürokratie, Sicherheit, Image und die Anerkennung des Tourismus als wichtiger Wirtschaftssektor angesprochen. Massive finanzielle Ausfälle durch geschlossene Betriebe, ausbleibende Übernachtungs- und Tagesgäste, fehlende Kurbeiträge und weitere Einnahmen sowie zusätzlicher Aufwand, wie die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen, Sperrungen, Instandhaltung, etc. fordern die Heilbäder und Kurorte stark. Sicherlich kann der Staat nicht alle Ausfälle und Rückgänge kompensieren, aber das Überleben von Betrieben und Einrichtungen, die auch vor der Krise wirtschaftlich gesund waren, muss gewährleistet sein.

Auch weiterhin möchten wir auf unserem Blog und im Rahmen unserer Veranstaltungs-Reihe „Digitale Kurorte-Konferenz“ mit Ihnen gemeinsam Herausforderungen und Perspektiven diskutieren und uns über Learnings, Erfolgsfaktoren und Best Practices austauschen. Daher möchten wir Sie heute schon bitten, sich an der Befragung auch in den kommenden Wochen zu beteiligen. Das Kurorte-Klima wird im Zwei-Wochen-Rhythmus bleiben und Sie weiterhin über die aktuelle Lage informieren. Wir bleiben flexibel: Bei möglichen Lageänderungen bspw. Lockerungen für die Tourismus- und Freizeitbranche werden wir den Rhythmus anpassen, um auch sensible Veränderungen zu dokumentieren. Haben Sie Rückfragen? Sprechen Sie uns an.

1. Digitale Kurorte-Konferenz: Die Zeit für den Tourismus nach Corona wird kommen – Noch 10 Restplätze verfügbar!

Trotz der weiterhin anhaltenden Beschränkungen und Verbote im Freizeit- und Tourismussektor sollten und müssen wir uns heute schon auf einen Neustart vorbereitet, denn es wird auf für die Freizeit- und Tourismuswirtschaft eine Zeit nach Corona geben.

Die Corona-Krise stellt auch die Heilbäder und Kurorte in Deutschland aktuell vor größte Herausforderungen. Auch wenn beim Blick in die Zukunft angesichts der erheblichen Risiken und Unsicherheiten nach wie vor Vorsicht geboten ist, treten doch mit zunehmender Dauer der Krise auch die Chancen ins Blickfeld. Der Gesundheitstourismus in den Heilbädern und Kurorten könnte zu den touristischen Marktsegmenten gehören, die von der Krise profitieren: Reisen ins Ausland könnten auf kurze und mittlere Sicht angesichts des gesteigerten Sicherheitsbedürfnisses der Reisenden und der weiter bestehenden Einschränkungen gegen das Corona-Virus weniger gefragt sein. man kann davon ausgehen, dass sich das Reisegeschehen nach der Corona-Krise zunächst in die deutschen Reiseziele verlagert. Hiervon könnten solche Destinationen profitieren, die den Bedürfnissen nach Sicherheit und Gesundheit in besonderem Maße entsprechen – die Heilbäder und Kurorte in Deutschland.

Neustart im Tourismus – Vorbereitung ist das A und O.

Der Neustart sollte vorbereitet sein. Deshalb diskutieren wir gemeinsam mit Vertretern der Heilbäder und Kurorten sowie weiteren Interessierten im Rahmen einer virtuellen Podiumsdiskussion sowie Workshopsequenzen folgende Fragestellungen:

  • Wann und unter welchen Voraussetzungen glauben Sie wird es einen schrittweisen Neustart von Gesundheit und Tourismus in Heilbäder und Kurorte geben?
  • Wie organisiert und managet man den Neustart von Gesundheit und Tourismus in den Heilbädern und Kurorten?
  • Wie ist der Neustart aus gesundheitlicher und virologischer Sicht in den Heilbädern und Kurorten zu bewerten und zu gestalten? Worauf kommt an? Welche Lösungen gibt es?
  • Welche Herausforderungen und Probleme entstehen dabei in den Heilbädern und Kurorten?
  • Was ist für die Organisation und Management des Neustarts zu beachten?
  • Worauf kommt es bei Kommunikation, Information gegenüber Gästen, Einheimischen und Leistungsträgern in Heilbädern und Kurorten an?

Experten mit unterschiedlichen Blickwinkeln stehen Frage und Antwort.

Seien Sie gespannt und begrüßen Sie gemeinsam mit uns Experten aus der Branche:

  • Stefan Krieger, Geschäftsführer Staatsbad Salzuflen GmbH
  • Thomas Jahn, Geschäftsführer AIB-KUR GmbH & Co. KG & Marketingbeirat Bayerischer Heilbäderverband e.V.
  • Dr. Maik Fischer, Kurdirektor Staatsbad Pyrmont & Vorstandsmitglied Heilbäderverband Niedersachsen e.V.
  • Dr. Andreas Keck, Geschäftsführer KECK MEDICAL & Syte Institute

Die Moderation und Leitung der Workshops übernehmen unsere Gesundheitstourismus-Experten Cornelius Obier, Detlef Jarosch, Dr. Andreas Keck und Isabell Decker. Ihre Vorschläge und Ihr Engagement für den gemeinsamen Weg für den Neustart sind herzlich willkommen!

Tipp: Aktuell stehen noch 10 Restplätze für unsere 1. Kurorte-Konferenz zur Verfügung! Seien Sie schnell – die Plätze werden nach dem „first come – first serve“-Prinzip vergeben. Nutzen Sie den Anmeldungslink!

Zusätzlich möchten wir auch heute schon auf den zweiten Teil der Kurorte-Konferenz aufmerksam machen. Diese findet am 6. Mai um 15:00 Uhr statt. Die Registrierung ist ab Donnerstag, dem 23. April HIER möglich. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

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Der Blick nach vorn: Wie kommt der Deutschlandtourismus aus dem Lockdown?

Der Tag, an dem Bundes- und Landesregierungen mögliche Lockerungen der Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie umsetzen, wird von der Tourismuswirtschaft herbeigesehnt. Mecklenburg-Vorpommern ist bereits das erste Bundesland, das einen eigenen Phasen- und Aktionsplan für die Lockerung der ergriffenen Maßnahmen und den Wiederaufbau des Tourismus erarbeitet und umsetzt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt muss jedoch große Ungewissheit herrschen, ob dies direkt nach dem 19. April oder noch später stattfindet und in welchem Ausmaß es zu Lockerungen kommt.

Auch wenn die Prognosen der Erkrankungszahlen unsicher sind, kann damit gerechnet werden, dass der Corona-Status in Deutschland auch nach dem 19. April noch äußerst beunruhigend sein wird. Selbst in Anbetracht langsamer steigender Infiziertenzahlen wird der Ausblick auf den Mai und ggf. auch auf den Juni weiter steigende Zahlen beinhalten. Die Versorgungskapazitäten könnten zunehmend belastet und ggf. auch teilweise überlastet werden. Zudem werden immer mehr noch gesunde Menschen Bekannte haben, die erkrankt sind.

Medizin-wissenschaftlich werden neben einer graduellen kontinuierlichen Öffnung auch andere Öffnungskonzepte diskutiert, wie z.B. “pulsed distancing” (Mehrfacher Wechsel zwischen Öffnungsperioden und Social Distancing) und z.B. “immune certificate” (Keine Beschränkungen für Menschen, die immun und nicht ansteckend sind).  

Umso wichtiger wird es sein, auch gerade unter Einbeziehung dieser längerfristigen Entwicklung, sorgsam kalkulierte Öffnungsversionen der Tourismuswirtschaft bereits jetzt zu diskutieren und zu planen. Mit einer intensiven Diskussion in den nächsten Tagen und Wochen ist zu rechnen. Für diese Diskussionen möchten wir mit diesem Beitrag Impulse geben – aus touristischer, aber auch aus medizinischer Sicht.

Vorweg: Die folgenden Überlegungen können immer nur für den für den Fall gelten, dass die Schutzmaßnahmen die Ausbreitung des Virus wirksam verlangsamen konnten. 

Wenn die Schutzmaßnahmen allmählich greifen, wie können dann die massiven Beschränkungen und Verbote schrittweise gelockert und eventuell ganz aufgehoben werden? Was ist denkbar?

Antworten auf diese Fragen setzen schwierige Abwägungen zwischen Gesundheitsschutz, sozialen und ökonomischen Überlegungen voraus. Sicher kann die Rücknahme von Beschränkungen und Verboten für den Tourismus nur schrittweise und differenziert erfolgen. Erforderlich sind sicherlich regionale Differenzierungen, Unterscheidungen nach Tageszeiten, nach touristischen Marktsegmenten sowie nach Personen- und Altersgruppen. Wichtig ist auch, über Phasen oder Schritte der Lockerung zu sprechen, denn Rücknahmen müssen in einer zeitlichen Staffelung erfolgen. 

Phase 1a: „Erste vorsichtige Lockerungen“

In diese Phase könnten touristische Angebote wieder zugelassen werden, bei denen Besucher und Gäste in hinreichender Distanz zueinander bleiben und in der die Einschränkung sozialer Kontakte bestehen bleibt:

Dienstleister, aber auch Einzelhandelsgeschäfte könnten ihre Räumlichkeiten wieder für Gäste, Besucher und Kunden öffnen. Dies wäre jedoch nur möglich, wenn eine strikte Begrenzung der Anzahl der Anwesenden sowie die räumliche Distanz gewährleistet werden können. Zu nennen sind beispielsweise Fahrrad- und Autoverleih, Reisebüros, Tourist-Informationen.  Dabei sollte sich die Begrenzung der anwesenden Personen in Räumen bzw. pro Fläche an den gegenwärtigen Einschränkungen für Bäckereien und Supermärkte orientieren. Inwiefern der Zugang für Ältere und Risikogruppen in dieser Phase als Appell, dennoch zu Hause zu bleiben, oder auch zeitlich differenzierte Zugänge geregelt werden müssten, ist zu diskutieren.

Die Gastronomie könnte unter der Auflage wieder öffnen, dass durch Stellen der Tische der erforderliche Abstand zwischen Gästegruppen von Gästen gewährleistet ist. Eine Begrenzung der Personen pro Tisch auf zwei, aber auch eine Begrenzung der Anzahl der Stühle je Tisch wäre möglich. Eine zeitliche Einschränkung, wie zu Beginn der Corona-Krise von 6:00 Uhr bis 18.00 Uhr, wäre sinnvoll. Im Anschluss sollten nur Abholangebote und Lieferdienste erlaubt sein.

Übernachtungsreisen könnten auch in dieser Phase im Regelfall weiterhin nur zu geschäftlichen Zwecken erlaubt werden. Zudem könnte die Hotellerie neben Geschäftsreisenden auch für Gäste geöffnet werden, die die Erkrankung bereits hinter sich haben und nachgewiesenermaßen immun und auch nicht mehr ansteckend sind.

Phase 1b: „Weitere Lockerungen“

Voraussetzung für diese Phase ist, dass die bestehenden Kontaktbegrenzungen im öffentlichen Raum von derzeit maximal zwei Personen gelockert werden. Denkbar wäre z.B. eine Lockerung auf vier oder fünf Personen. Damit könnten ebenfalls weitere touristische Angebote zugelassen werden, bei denen Ansammlungen von mehr als zwei Personen üblich sind, eine Kontaktbegrenzung jedoch noch gewährleistet werden kann.

Möglich wäre dann eine Öffnung des Einzelhandels. Einzelne Dienstleistungen mit körperlicher Berührung, wie z.B. Friseure, könnten zugelassen werden, wenn Dienstleister und Kunde sich selbst und gegenseitig ausreichend schützen, etwa durch Mund-Nase-Masken. Voraussetzung wäre eine strikte Begrenzung der Anzahl der Anwesenden sowie deren räumlicher Abstand.

Auch die Gastronomie könnte nun wieder länger öffnen. Die Begrenzung auf eine erweiterte Anzahl der Personen pro Tisch und die Abstandsgebote müssten beibehalten werden.

Die Öffnung von Museen und ähnlichen Einrichtungen unter Voraussetzung der erforderlichen Kontaktbegrenzung durch Beschränkung der eingelassenen Personen und eine den Anforderungen entsprechende Besucherführung wäre zu prüfen. Gästeführungen könnten erlaubt werden – allerdings nur mit kleinen Gruppen entsprechend der Kontaktbeschränkung.

Übernachtungsangebote zu freizeittouristischen Zwecken könnten wieder begrenzt erlaubt werden, jedoch nur für Individualtouristen oder Gruppen bis zur allgemeinen Obergrenze, zum Beispiel von bis zu fünf Personen. Gleichzeitig müssten Beherbergungsbetriebe durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass die Kontaktbeschränkungen umsetzbar sind, z.B. durch entsprechendes Stellen der Frühstückstische oder durch Frühstück auf dem Zimmer.  Eine generelle Erlaubnis von Übernachtungsreisen in Ferienhäuser und -wohnungen wäre zu prüfen. In Bezug auf den Übernachtungstourismus könnte es jedoch sinnvoll sein, zu regionalen Differenzierungen zu kommen. In Bundesländern mit geringer Infiziertenzahl pro Einwohner könnte der Übernachtungsverkehr gelockert werden. Z.B. könnten zunächst Bürger aus dem eigenen Bundesland, oder auch Zweiwohnungsbesitzer wieder innerhalb des Bundeslandes freizeittouristisch reisen.  

Weiterhin müsste allerdings grundsätzlich gelten, dass Risikogruppen zuhause bleiben oder dass ein zeitlich differenzierter Zugang zu touristischen Angeboten geregelt wird.

Phasen auf dem Weg zur Normalität (Quelle: PROJECT M)

Phase 2: „Schrittweise Rückkehr zur Normalität“

Diese Phase ist davon gekennzeichnet, dass die Anordnungen zur Begrenzung sozialer Kontakte im öffentlichen Raum aufgehoben werden. Es gäbe jedoch weiterhin Empfehlungen zur Vermeidung sozialer Kontakte mit und für Risikogruppen.  In dieser Phase könnten Einzelhandelsgeschäfte sowie Dienstleister ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, sofern körperliche Berührungen nicht den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bilden. Die Gastronomie könnte ohne Einschränkungen wieder öffnen.

Kulturelle Einrichtungen und Freizeitaktivitäten könnten zugelassen werden, bei denen Berührungen zwar nicht die Regel sind, aber auch nicht ausgeschlossen werden können. Dementsprechend wären z.B. Gästeführungen wieder in vollem Umfang möglich. Outdoor-Freizeitangebote in Freizeit- und Tierparks wären unbeschränkt möglich.

Touristische Mobilität, Reisebusverkehre und Schiffsausflüge wären wieder zulässig. Auch Übernachtungsangebote wären unbeschränkt möglich.

Für Risikogruppen könnten Empfehlungen ausgesprochen werden, vorerst auf Reisen zu verzichten oder nur bestimmte Reiseformen zu unternehmen. Gleichzeitig könnten touristische Einrichtungen besondere Öffnungszeiten für Risikogruppen anbieten.

Phase 3: „Normalität“

In dieser Phase ist davon auszugehen, dass ein vorhandener Infektionsschutz eine weitgehende Normalität wieder zulässt. Hier sollten sämtliche Angebote des Leisure- und Business-Tourismus zulässig sein, z.B. alle Freizeitparks, Jahrmärkte, Kinos, Theater, Konzerthäuser, Sportveranstaltungen mit Zuschauern. Dazu gehören auch Schwimm- und Spaßbäder, Thermen, Fitnesseinrichtungen u.ä.

Der gesamte organisierte Geschäftsreiseverkehr in Form von Messen, Kongressen und Konferenzen wäre dann ebenfalls wieder zulässig.

Liebe Leserinnen und Leser! Bitte verstehen Sie das dargestellte Phasenmodell nicht als einen gutachterlich abgesicherten Vorschlag. Unser Beitrag soll den Anstoß für eine produktive Diskussion im Deutschlandtourismus geben.

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Umfrage – Kurorte-Klima: Überblick über die aktuelle Geschäftslage und Auswirkungen auf Heilbäder und Kurorte – Die 3. Woche.

Der 19. April, der Tag an dem Bundes- und Landesregierungen mögliche Lockerungen der Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie umsetzen könnten, rückt immer näher. Nichtsdestotrotz verzeichnen wir weltweit über 1.407.000 Infektionsfälle durch das Coronavirus (COVID-19). Mehr als 106.700 der Infektionsfälle werden in Deutschland gemeldet (Johns Hopkins University, Stand: 07.04.2020, 20:25 Uhr). Die Zahlen der Corona-Virusinfektionen steigen weiterhin. Aber: Die Ausbreitung verlangsamt sich gemessen an der Verdoppelungszeit. Diese gibt an wie schnell sich das Virus verbreitet. In Deutschland verzeichnen wir aktuell eine Verdoppelung innerhalb von 11,8 Tagen (Johns-Hopkins-Universität CSSE/Landesbehörden/SZ), Tendenz steigend. Die Hoffnung auf Lockerung besteht von vielen Seiten und wird herbeigesehnt.

Unser Nachbarland Österreich kann heute eine Verdoppelungszeit von 25,1 Tage verzeichnen. Nicht zuletzt haben strenge Schutzmaßnahmen, Ausgangssperren und Quarantäne-Verordnungen dazu beigetragen die Pandemie zum Abflauen zu bringen. Entsprechend stellte Bundeskanzler Kurz gestern einen Stufenplan mit besonderen Sicherheitsvorschriften für schrittweise Geschäftsöffnungen vor.

Hoffnung und positivere Annahmen für die Geschäftserwartung.

Auch in unserer Kurzbefragung zeigen sich in dieser Woche Hoffnung und positive Erwartungen. Ein vorsichtiger Blick in Richtung „Wiederaufbau“ und erste Gedanken zu möglichen Lockerungen sind erkennbar. Die Geschäftserwartungen für die nächsten drei Monate sind zunehmend positiv. Die Spitze der Belastung, der „Bodensatz“, scheint erreicht zu sein. Nichtsdestotrotz, die Geschäftslage zeigt aktuell keine Veränderung.

Dies spiegelt sich auch in den Rückgängen und Neubuchungen wider. Die Zahlen des ersten Quartals liegen vor und zeigen einen rapiden Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Über 60% der Teilnehmer geben an im ersten Quartal maximal 50% ihrer prognostizierten Gästezahlen realisiert zu haben. Der Rückgang ist größer als erwartet. Auch das zweite Quartal sieht im Vergleich zur letzten Befragungswoche schlechter aus. Die Rückgänge von über 75% steigen um 14,7 Prozentpunkte auf einen Anteil von 57,1% an. Die Bewertungen und die Zurückhaltung der Teilnehmer sind nachvollziehbar, denn die aktuelle Situation und die Zukunft sind heute noch unklar. Die Neubuchungen sind im Vergleich zur letzten Befragungswoche nahezu unverändert, aber es gibt kleine Lichtblicke. Auch hier fördern vereinzelte Neubuchungen die Hoffnung und Erwartungen auf Besserung. Ein klares Bild ist bisher nicht erkennbar.

Instrument Kurzarbeit greift und sichert Arbeitsplätze

Die Maßnahmen zur Kostenreduzierung sind hingegen eindeutig: Die Verschiebung von Ersatz-/ und Neuinvestitionen sowie die Kürzung des (Markting-) Budgets sind weiterhin Schlüsselwerkzeuge. Hinzu kommt das Instrument Kurzarbeit, welches flächendeckend genutzt wird, um einerseits in Unternehmen die Personalkosten zu senken und damit die Unternehmen wirtschaftlich zu entlasten und andererseits, um viele Arbeitnehmer vor dem Absturz in die Arbeitslosigkeit zu bewahren. Auch diese Aussagen der Teilnehmer zeigen einen eher positiven Blick in die Zukunft, denn die Anzahl der Entlassungen ist marginal.

Ein Blick in die Heilbäder und Kurorte: Ruf nach speziellen staatlichen Hilfen für die Orte wird lauter.

Der Ruf nach speziellen staatlichen Hilfen für Heilbäder & Kurorte zur Aufrechterhaltung der Versorgungs- und Kompetenzträgerfunktion, z.B. für den Betrieb von Thermen & Bädern, Kurmittelhäusern, Kurhäusern o.ä., wird auch aufgrund der Notwendigkeit der Schließung derselben und damit verbundener enormer Einnahmeausfälle immer lauter. Bisherige staatliche Unterstützungen und Fördermaßnahmen auf Bundes- und Landesebene sind wie bekannt v.a. auf die (kurzfristige) Liquiditätssicherung privater Unternehmen ausgerichtet und berücksichtigen dabei nicht unbedingt die spezielle Situation in den Heilbädern & Kurorten, mit den prädikatsbezogenen Verpflichtungen, die die Orte erfüllen müssen. Viele Kurdirektoren finden heute keine Antwort auf die Frage: „Wie kann bei meist stark beanspruchten kommunalen Haushalten eine Kompensation von weggefallenen Kurbeiträgen durch Einbruch bei Übernachtungs- und auch Tagesgästen mit Kurkarte erfolgen?“ Die Mittel werden auch für Unterhalt und Pflege der Einrichtungen, aber auch zur Finanzierung des Kur- und Tourismusbetriebes allgemein verwendet. Sie beschäftigen deshalb jetzt schon die Fragen: „Wo müssen notfalls auch nach einer möglichen Lockerung beim Betrieb der kurörtlichen Infrastruktur Einsparungen vorgenommen werden, ohne die Funktion aufgeben zu müssen?“ und „Welche gezielten Unterstützungen der Reha-Kliniken sind möglich, die v.a. für die Corona-Nachsorge und auch als medizinisch-therapeutische Kompetenzträger in den Orten gebraucht werden?“ Klar ist, Heilbäder und Kurorte, denen große Chancen für die Zukunft prognostiziert werden, können ihre Potenziale nur nutzen, wenn sie die jetzige Extremsituation mit Erhalt der wesentlichen Strukturen überstehen.

Diese und weitere Fragen möchten wir gerne mit Ihnen in Erweiterung unserer Umfrage zum Kurorte-Klima und in einer speziellen digitalen Kurorte-Konferenz am 22. April 2020 diskutieren. Noch sind für die Kurorte-Konferenz ein paar Anmeldeplätze vorhanden. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Gerne möchten wir Sie heute schon bitten, sich an der Befragung auch in den kommenden Wochen zu beteiligen. Über die Osterfeiertage werden wir das Kurorte-Klima in einen Zwei-Wochen-Rhythmus bringen. Das nächste Kurorte-Klima wird am 21.04.2020 veröffentlicht. Haben Sie Rückfragen? Sprechen Sie uns gerne an.

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Sanus per Aquam – Thermen und Bäder als stark betroffene Einrichtungen der Daseinsvorsorge in der Corona-Krise mit großen Potenzialen danach

Die Bedeutung von Thermen und Bädern für Heilbäder und Kurorte steht außer Frage. Jährlich finden ca. 6,7 Mio. Reisen im Kontext von Erlebnis-/ Thermalbädern in Deutschland statt. Seit Anfang März wurden aufgrund behördlicher Anordnung nach und nach alle Schwimmbäder in Deutschland geschlossen. Durch die bundesweit verordneten Ausgangsbeschränkungen ist eine Wiedereröffnung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Wellnessmarkt Deutschland insgesamt und nach einzelnen Bereichen
(Darstellung nach:   beauty27/GfK/Wellness-Hotels & Resorts; 2018, www.beauty24.de)

Schließung in der Hauptumsatzzeit Frühjahr erhöht die Defizite der Bäder & Thermen weiter

Alleine in den Monaten März und April werden normalerweise insgesamt 16% der jährlichen Eintritte in Thermen und Bädern verzeichnet (dwif – Corona-Kompass). In diesen Monaten zählen „Besuch von Thermen, Wellnesseinrichtungen, Schwimmen und Wassersport“ zu den TOP-10 Aktivitäten von Tagesausflüglern. Die direkten wirtschaftlichen Einbußen für die Betreiber der Einrichtungen sind daher enorm: Je nach Größe des Betriebes kann mit einem Umsatzverlust von 50.000 – 100.000 € pro Woche gerechnet werden – von den indirekten und induzierten volkswirtschaftlichen Folgen ganz zu schweigen. Rücklagen sind in den oftmals defizitären Betrieben kaum vorhanden. Personal-, Energie- sowie intensive Reparatur- & Instandhaltungskosten übersteigen in vielen Fällen 50-60 % der Einnahmen. Hinzu kommen Ausfälle von Pachteinnahmen durch vermietete Flächen an Gastronomen, Wellness-/Therapieanbieter etc. Auch vorhandene Querfinanzierungen durch angedockte Hotels oder Wohnmobilstellplätze fallen komplett aus.

Herr Werner Angermüller (Geschäftsführer der Kur-Betriebs GmbH Bad Königshofen) konnte in den ersten beiden Monaten des Jahres ein Plus von 4-5% bei Ankünften, Übernachtungen und Thermengästen verzeichnen. Seit Mitte März ist der Betrieb des Bades nun vollkommen zum Erliegen gekommen. „Wir haben neben dem Bad auch noch eine Tourist-Info und die Kurmittel- bzw. Therapieabteilung in der FrankenTherme. Aber außer einigen Notfall-Behandlungen, wie sie z.B. nach Operationen notwendig sind, findet auch hier nichts mehr statt.“

Durch den Wegfall der Einnahmen in den kommenden Wochen wird der Zuschussbedarf von Seiten der ohnehin schon unter Duck stehenden Kommunen, Länder oder sonstigen Shareholdern weiter steigen.

Professionelles Stand-By, statt Schließung und Herunterfahren – Kostensenkungsmaßnahmen umsetzen

Wie in den meisten Betrieben müssen schnelle Entscheidungen v.a. zur Liquiditätssicherung getroffen werden: Resturlaube und einen Teil des Jahresurlaubs beanspruchen lassen, Überstundenabbau, nach und nach Übergang in die Kurzarbeit sowie Inanspruchnahme von Soforthilfen sind ein Teil der Möglichkeiten. Das Herunterfahren des Betriebs, dabei u.a. die Reduktion der Temperaturen im Wasser und der Luft auf ein mit der Kubatur verträgliches Niveau senken die Betriebskosten zudem.

Das Thema Personalmanagement ist in der Krisenzeit wichtiger denn je. Ein funktionierendes Team ist für den Stand-By, aber vor allem für die Inbetriebnahme von höchster Bedeutung: „Vor sechs Wochen haben wir uns darüber unterhalten, wie wir Fachpersonal zu uns in den ländlichen Raum bekommen“, so Herr Angermüller. „Jetzt sprechen wir von Kurzarbeit und schicken unsere Angestellten in den Urlaub. Gerade jetzt sehen wir wie wichtig es ist, ein engagiertes und eingespieltes Team zu haben. Meine Mitarbeiter durch die Krise zu bringen, um gemeinsam wieder durchstarten zu können, ist für mich derzeit das Wichtigste!“

„In der unfreiwillig gewonnen Zeit versuchen wir so gut es geht unser Personal zu schulen“, erklärt zum Beispiel auch Herr Jürgen Ankenbrand, Betriebsleiter der Therme Sinnflut in Bad Brückenau, verweist aber gleichzeitig darauf, dass das Kontaktverbot auch hier zum großen Teil den Einsatz der Digitalisierung bedingt. „Wie lange noch geschlossen bleiben wird, das weiß heute niemand genau. Aber wir könnten den kompletten Betrieb binnen maximal zwei Wochen komplett wieder hochfahren“.

Wie ein professionelles „Stand-By“ oder ein „Pandemieplan für Bäder“ aussehen kann, hat die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. in mehreren Leitfäden zusammengetragen und stellt diese, sowie ausgewählte Richtlinien (u.a. zum Teillastbetrieb) kostenlos auf der Homepage www.baederportal.de zur Verfügung. Dabei spielen neben den technischen Voraussetzungen auch Maßnahmen zur Aufgabenverteilung und Mitarbeitermotivation eine wichtige Rolle.

Hohe Bedeutung von Thermen & Bädern nach der Krise als Refugium, zur Stärkung der Abwehrkräfte sowie zum Auftanken und Abschalten

Wie lange und tiefgreifend die Auswirkungen von COVID19 noch gehen werden kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand voraussagen. Wovon wir an dieser Stelle zum jetzigen Zeitpunkt jedoch ausgehen – oder zumindest hoffen – können, sind die folgenden Punkte:

  1. Sobald Ausgangssperren und Reiseeinschränkungen aufgehoben sind, werden v.a. Tagesreisen in der Region und im Inland/Bundesland wieder unternommen – das Reiseverhalten wird zumindest kurz- bis mittelfristig nicht wie gewohnt stattfinden und sich in kleineren Radien bewegen. Etwas „Echtes“ und „Vertrautes“, das Stückchen Heimat wird für Menschen wichtiger sein. Der Geldbeutel wird nach Corona im Durchschnitt kleiner sein und der Urlaub und die Freizeitgestaltung entsprechend angepasst werden müssen. Die Leistungsanbieter müssen sich auf eine höhere Preis-Leistungs-Sensibilität und steigende Qualitäts- v.a. Hygieneerwartungen einstellen.   
  2. Die Krise wird beiderlei hervorrufen: Diejenigen, die ihre „Gefangenschaft und Lethargie“ durch Extreme und Abenteuer kompensieren wollen und diejenigen, die durch die Herausforderungen und den psychischen Stress der letzten Wochen Abstand und Ruhe gewinnen wollen. Die Wiedereröffnung der Freizeiteinrichtungen nach COVID 19 wird sukzessive erfolgen. Dabei sind Thermen & Bäder wesentliche Einrichtungen: Durch das Chlor besteht keine Übertragungsgefahr des Erregers durch das Wasser (Stand 24.03.2020). Zudem wird nach der Krise ein erhöhter Bedarf an Entspannung und körperlichem Wohlbefinden bei den Menschen vorhanden sein.
  3. Themen wie Gesundheit und Gesundheitsversorgung, Prävention und Resilienz werden künftig grundsätzlich weiter an Bedeutung gewinnen. Dabei spielen Thermen und Bäder eine wichtige Rolle als Grunddaseinsversorgungseinrichtung mit hohem gesundheitlichem Mehrwert. Für die älter werdende Bevölkerung (also eine der heutigen Risikogruppen) spielten Thermen und Kurmittelabteilungen aufgrund ihrer Angebotsstruktur und hohen Angebotsqualität eine große Bedeutung als gut erreichbare Einrichtung zur Gesundheitsversorgung und –vorsorge. Wie wichtig ein gesunder Körper gerade im Alter ist und welche Vorteile ein gesunder Lebensstil bietet ist spätestens jetzt überall in der Gesellschaft angekommen.

Vielleicht schafft es die Krise sogar ein Umdenken im Gesundheitswesen einzuläuten, von dem dann die Heilmittel und somit die Gesundheitsanbieter in Heilbädern und Kurorten profitieren. Die Notwendigkeit einer Repositionierung und Neubewertung der Prioritäten auch mit Blick auf Rehabilitation Kuration und Prävention sowie Resilienz ist jedenfalls eines der Learnings, die aus der Corona-Krise gezogen werden können. Gesundheitsorientierte Thermen können hier in jedem Fall künftig eine bedeutende Rolle einnehmen.

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Umfrage – Kurorte-Klima: Überblick über die aktuelle Geschäftslage und Auswirkungen auf Heilbäder und Kurorte.

Auch weiterhin ist die Lage dramatisch. Inzwischen verzeichnen wir weltweit über 838.000 Infektionsfälle durch das Coronavirus (COVID-19). Mehr als 68.000 der Infektionsfälle werden in Deutschland gemeldet (Johns Hopkins University, Stand: 31.03.2020, 20:38 Uhr). Die Zahlen der Corona-Virusinfektionen steigen weiterhin. Allerdings verlangsamt sich der Anstieg der Fallzahlen stetig. Das Ausmaß der Pandemie ist jedoch bis heute unklar. Forscher versuchen einen Blick in die Zukunft zu wagen und spielen mehrere Szenarien durch, um die Auswirkungen und Folgen der Pandemie zu bewerten.

Um Transparenz und klare Fakten zur Lage in den Heilbädern und Kurorten zu schaffen, führen wir seit dem 17.03.2020 wöchentlich die Kurzbefragung „Kurorte-Klima“ durch. Heute ziehen wir nach 14 Tagen eine erste Zwischenbilanz und stellen Ihnen die Ergebnisse der ersten und zweiten Befragungswoche vor:

Geschäftslage und Geschäftserwartungen zeigen: Besserung ist absehbar nicht in Sicht.

Viele Akteure im Tourismus befinden sich seit einigen Wochen in der ersten Phase der Corona-Krise. Diese ist von Reiseverboten, Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen und wirtschaftlichen Problemen geprägt. Insbesondere die sozialen und ökonomischen Auswirkungen der Krise sind bis heute nicht absehbar. Untersuchungen und Analysen unterschiedlichster Forscher veröffentlichen nach und nach Einschätzungen und Bewertungen der Situation, sodass wir immer mehr Informationen erhalten. Diese Informationen verunsichern insbesondere die Nachfrageseite. Ob eine Reise in diesem Sommer möglich ist? Diese Frage kann heute niemand beantworten. Die Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen und die Kontaktverringerungen zeigen, dass keine Entwarnung in Sicht ist. Die flächendeckenden Schließungen von Einrichtungen aller Art führen zu existenziellen Problemen, Insolvenzen speziell auch im Gastgewerbe, u.ä. – Wer weiß wie viele Einrichtungen den Weg aus der Krise finden? Das Ergebnis der Befragung ist somit keine Überraschung: Die gegenwärtige Geschäftslage wird in der zweiten Befragungswoche (24.03. bis 31.03.2020) noch schlechter eingeschätzt als vor einer Woche. Dementsprechend wird auch die Geschäftserwartung für die nächsten drei Monate gleichbleibend schlecht bewertet. Einige wenige Optimisten blicken positiv in die nahe Zukunft. Hingegen bewerten knapp zwei Drittel der Teilnehmer die Zukunft noch schlechter als die Gegenwart. Ist die Spitze der Belastung noch nicht erreicht? Kann es noch schlechter werden?

Sparmaßnahmen bestimmen im Moment das Handeln der Orte

Die Ergebnisse aus dem Bereich „Rückgänge und Neubuchungen“ zeigen: Es hat alle getroffen – touristische Aktivitäten gibt es gegenwärtig nicht. Wenn es einige wenige Neubuchungen gibt, liegen diese in Relation zu den Vorjahren unter 25%. Aber: Es zeigen sich auch gleichzeitig optimistischere Sichtweisen. Im zweiten Quartal des Jahres werden Buchungen erwartet. Die Hoffnung ist vorhanden. Einige fordern heute schon die strengen Corona-Maßnahmen wieder zu lockern. Antworten auf die Fragen „Wie lange werden die Ausgangsbeschränkungen noch anhalten?“ und „Wann wird das Reiseverbot gelockert oder gar aufgehoben?“ sind im Moment reine Spekulation.

Die Lage ist ungewiss und gleichzeitig gegenwärtig eindeutig. Entsprechend haben auch die Heilbäder und Kurorte erste Maßnahmen zur Kostenreduzierung eingeleitet. Dabei stehen die Kürzung von (Marketing-) Budgets und auch die Verschiebung von Ersatz- und Neuinvestitionen in beiden Wochen an erster Stelle. Zusätzlich war die erste Woche geprägt von Maßnahmen wie Überstunden- und Urlaubsabbau, Verlagerungen der Mitarbeiter, u.ä. Die zweite Woche zeigt, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen. Drastischere Maßnahmen wurden ergriffen – der Ernst der Lage ist angekommen. Dazu gehören unter anderem Haushaltssperren aber auch Kürzungen bei Dienstleistern.

Chancen für Heilbäder & Kurorte als gesundheitliche Kompetenz- und Versorgungszentren am Horizont

Nichtsdestotrotz: Wir möchten den Heilbädern und Kurorten Mut machen, denn es wird einen „Wiederstart“ und einen „Wiederaufbau“ geben. Die Heilbäder und Kurorte sind gesundheitliche Kompetenz- und Versorgungszentren und verfügen über spezielle Indikationen. Mit der heute schon bestehenden Infrastruktur von Kur- und Rehabilitationsärzten, spezialisierten Kur- und Fachkliniken und weiteren kurörtlichen Einrichtungen (Kurpark, Kurmittelhaus, etc.) sind diese rund 350 Heilbäder und Kurorte heute schon auf einige Folgen der Corona-Krise vorbereitet. Welche Folgen und Perspektiven für die Heilbäder und Kurorte bestehen, werden wir Ihnen in einem der folgenden Blogbeitrage erläutern.

Gerne möchten wir Sie heute schon bitten, sich an der Befragung auch in dieser Woche zu beteiligen. Auch weiterhin werden wir Ihnen in regelmäßigen Zeitabständen Auswertungen vorstellen. Haben Sie Rückfragen? Sprechen Sie uns gerne an!

Beherbergungsbetriebe sind wesentliche Schlüsseleinrichtungen der Heilbäder & Kurorte in Deutschland – Ausgewählte Maßnahmen zur Nutzung der finanziellen Soforthilfen und zur generellen Liquiditätsverbesserung

Die aktuelle durch das Virus COVID-19 ausgelöste Situation stellt vor Allem die Tourismus- und gastgewerbliche Branche vor noch nie da gewesene Herausforderungen. Denn vor Allem die Besonderheit, dass die Leistungen dieser Branche nicht lagerfähig und damit die Ertragsfähigkeit nur mit der persönlichen Anwesenheit der Gäste, Besucher und Touristen gewährleistet ist, trifft damit das Gewerbe besonders hart und mit als Erstes.

Reserven sind schnell aufgebraucht, existenzbedrohliche Liquiditätsengpässe in kurzer Zeit erreicht.

Demzufolge sind Reserven schnell aufgebraucht und existenzbedrohliche Liquiditätsengpässe in kurzer Zeit erreicht. Was kann man also tun, um die Einbußen einzudämmen? Welche finanziellen Hilfen stehen zur Verfügung? Wie kann ein Antrag bei der Hausbank gestellt werden und wie müssen die hierzu erforderlichen Informationen aufbereitet sein? Nur wenige der aktuellen Fragen, die sich Unternehmer im Gastgewerbe alleine hinsichtlich der nachhaltigen Liquiditätssicherung stellen.

Erst gestern wurde seitens des Bundes und teils schon letzte Woche der Bundesländer und Kreditinstitute kurzfristige Liquiditätshilfen in nie dagewesenem Umfang für alle Branchen und Unternehmensgrößen auf den Weg gebracht. Dabei konzentrieren sich die aktuell diskutierten finanziellen Soforthilfen vorrangig auf folgende Unterstützungen:

  • Gewährung von zinsgünstigen Krediten vorrangig von Betriebsmittel- und Überbrückungskrediten
  • Übernahme von Bürgschaften durch die Mittelstandsbank
  • Erhöhung der Haftungsfreistellung für die durchleitende Bank (in der Regel die Hausbank)
  • Nicht rückzahlbare Zuschüsse für Klein- und Kleinstunternehmen bis 15.000 € für 3 Monate
  • Stundungen von Steuerschulden, sowie Herab- oder Aussetzen von Steuervorauszahlungen u.a. Umsatzsteuer, Einkommenssteuer und Gewerbesteuer,
  • Aussetzen der Zahlungen der Sozialabgaben

Flut an Kreditanfragen wird Banken überrollen.

Es ist damit zu rechnen, dass Banken in kurzer Zeit durch eine Flut an Kreditanfragen überrollt werden. Kreditinstitute stehen damit vor der Herausforderung, sich innerhalb kurzer Zeit einen Überblick über die Bonität, den erforderlichen Kapitalbedarf und die Fortführungsprognose einzelner Betriebe zu verschaffen. Nicht selten fehlen jedoch den sachbearbeitenden Mitarbeitern Branchenkenntnis der Hotellerie und Gastronomie. Seitens der Banken muss daher in kurzer Zeit der Spagat gelingen, einerseits den Betrieben die absolut notwendige Hilfe zukommen zu lassen und andererseits Fördermaßnahmen verantwortungsbewusst und gerecht zu verteilen.

Grundsätzlich ist dabei zu beachten, dass bei Genehmigung von Fördermaßnahmen die üblichen Voraussetzungen hinsichtlich der Bonität zu erfüllen sind. Das bedeutet, dass mit Krediten nur Betriebe gefördert werden, die vor Eintritt der Krise über eine solide Bonität verfügten. Für Betriebe, die hingegen bereits vor Eintritt von COVID-19 wirtschaftliche Probleme hatten, dürfte es hingegen schwer sein, Förderungen über die kleineren Zuschüsse hinaus auszuschöpfen. Insofern ist es wichtig, bei der Beantragung von Fördermaßnahmen einen Nachweis über die grundsätzliche Kreditwürdigkeit zu erbringen, beispielsweise durch Darlegung der bisherigen Ergebnisentwicklung üblicherweise durch Vorlage der Gewinn- und Verlustrechnung oder der Jahresabschlüsse der zurückliegenden drei Jahre. Zudem ist die Erstellung einer plausiblen und realistischen Liquiditätsplanung für die kommenden Monate erforderlich, aus der der tatsächlich erforderliche Kapitalbedarf zum Erhalt des gastgewerblichen Betriebes hervorgeht. Dabei sollte auf einer übersichtlichen Aufbereitung der Unterlagen und Zusammenfassung wesentlicher Informationen geachtet werden.

Ergänzend dazu soll nachfolgende Checkliste Sofortmaßnahmen in Krisensituationen für Sie bzw. Ihre Betriebe vor Ort Anregungen geben, wie die Verluste reduziert und somit Liquiditätsengpässe vermieden, bzw. hinausgezögert werden können. Die Auflistung dient einer ersten Hilfestellung und wird entsprechend der sich täglich ändernden Rahmenbedingungen weiterentwickelt und ist daher ohne Gewähr auf Vollständigkeit. Sicherlich haben die einen oder anderen Betriebe teils notgedrungen einige der Maßnahmen bereits umgesetzt oder gar zwischenzeitlich vorübergehend geschlossen. Teilen Sie dennoch die Informationen mit den Leistungsträgern in Ihrem Ort oder Ihrem Netzwerk, um den Betrieben (weitere) Anregungen oder Tipps zu geben.


Checkliste an Sofort Maßnahmen für Beherbergungsbetriebe in Krisensituationen auch mit kommunaler Unterstützung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Kommunale Maßnahme

  • Überprüfung der Aussetzung der Fremdverkehrsabgabe, bzw. Erstattung des Beitrages für 2019
  • Überprüfung der Umnutzung von Reha-Kliniken oder Hotels zu Behandlungszentren
  • Zentrale Koordinierungs- und Informationsstelle (Bündelungsfunktion) als Ansprechpartner für die Leistungsträger
  • Kontinuierliches Monitoring der Entwicklungen und regelmäßige Informationen mittels Newsletter o.a.

Operative Maßnahme

  • Leistungsangebote verringern, Teilbereiche der Hoteleinrichtungen schließen
  • Insbesondere Speisenangebot reduzieren
  • Ergänzung des eigenen Angebotes um Speisen und Getränke to Go
  • Einrichtung eines Lieferservice für hilfebedürftige Anwohner
  • Zwischenvermietung der Zimmer als Homeoffice
  • Freistellung von Aushilfen und externen Mitarbeitern

Maßnahmen Sales & Marketing

  • Kunden- und Vertrauensbildung: Regelmäßige Informationen und offene Kommunikation mit den bestehenden Gästen
  • Stornierung: Nach Möglichkeit zur eigenen Existenzsicherung Einfordern der vereinbarten Stornierungsgebühren oder Umwandlung in Gutscheine für spätere Buchungen
  • Anreize schaffen für Barzahlungen, bzw. EC Zahlungen

Sicherung Arbeitsplätze

  • Beantragung von Kurzarbeitergeld
  • Abbau von Überstunden, bzw. Aufbau von Minusstunden bei festangestellten Mitarbeitern
  • Abstimmung mit dem Mitarbeiter über Abbau von Rest-Urlaub und Anordnung von Urlaub
  • Mit Mitarbeitern über unbezahlten Urlaub abstimmen
  • Abteilungsübergreifender Einsatz der Mitarbeiter
  • Übernahme bislang fremdvergebener Aufgaben (z.B. Reinigung) durch eigenen Personal

Maßnahmen zur Liquiditätssicherung

  • Ermittlung des Kapitalbedarfs anhand einer kurzfristigen Liquiditätsplanung
  • Zahlungsziele der Kunden verkürzen
  • Bar- und EC-Zahlungen fordern
  • Beantragung eines Überbrückungskredites
  • Beantragung der Stundung von Umsatz- und Einkommenssteuervorauszahlung über den Steuerberater
  • Beantragung der Stundung der Sozialversicherungsbeiträge bei der Krankenkasse
  • Prüfung möglicher aktueller Förderprogramme u.a. KfW Unternehmerkredit; KfW Sonderprogramme, Bürgschaften der Bürgschaftsbank, Betriebsmittelkredite bei der Hausbank
  • Verhandlung mit der finanzierenden Bank über Stundung der Annuitätenraten
  • Verhandlung mit dem Vermieter/Verpächter über eine vorübergehende pachtfreie Zeit oder Umwandlung in eine umsatzabhängige Pacht
  • Verlängerung der Zahlungsziele mit Lieferanten, bzw. Vereinbarung von Ratenzahlung oder vorzeitige Einforderung von Rückvergütungen  (è Verzicht auf Skonto)
  • Nutzung Kontokorrentkredit und Vereinbarung mit der Hausbank über Aussetzung des Überziehungszinses
  • Verkauf nicht betrieblich notwendiger Wirtschaftsgüter oder Anlagen und Grundstücke
  • Überprüfung Sales and Lease Back z.B. bei PKWs, IT Hardware, Küchengeräten
  • Erhöhung Lagerumschlagshäufigkeit, das heißt Lagebestände reduzieren,
  • Verzicht auf geplante Investitionen und Konzentration ausschließlich auf betrieblich notwendige Maßnahmen

Sollten Sie weitere Hinweise und Ideen zur möglichst direkten Umsetzung haben, lassen uns dies gerne wissen, damit wir es teilen können. Gibt es bereits erste Erfahrungswerte aus der jüngeren Zeit? Wir uns auch hier über Ihre Diskussionsbeiträge.

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