Umfrage – Kurorte-Klima: Überblick über die aktuelle Geschäftslage und Auswirkungen auf Heilbäder und Kurorte – Die 19. Woche.

Wie bisher bestimmt der Corona-Virus unseren Alltag. Die Abstands- und Hygieneregeln bleiben weiterhin bestehen und wir sind angehalten, die Zahl der Menschen, zu denen wir Kontakt haben gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen.

Reisen ist wieder möglich – natürlich mit Einschränkungen und mit klaren Spielregeln. Generell profitiert der Inlandstourismus, aber auch hier gibt es Gewinner und Verlierer. Die Ost- und Nordseeküste mit unseren Seebädern sind hinsichtlich ihrer Beliebtheit sicherlich derzeit Gewinner. Gleichzeitig kämpfen die Urlaubsdestinationen aber auch mit neuen Herausforderungen wie beispielsweise überfüllten und vorübergehend gesperrten Stränden und überlaufenen touristischen Leuchttürmen. Die Gäste müssen teils lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder Ihren Strandbesuch mit Hilfe einer Strandampel (bspw. Scharbeutz bis Rettin) planen.

Gleichzeitig kommen auch die ersten Urlauber wieder zurück in Ihre Heimat und lassen die Zahlen der Infizierten stetig steigen. Deutschlandweit sind die Infektionszahlen wieder gestiegen. Der 7-Tage-R-Wert liegt seit Mitte Juli wieder leicht über 1 (RKI, www.rki.de, Stand: 28.07.2020). Das Risikopotenzial steigt an und veranlasst das RKI dazu die Gefährdung derzeit weiterhin als hoch einzuschätzen.  

Weltweit verzeichnen wir derzeit mehr als 16.762.605 Infektionsfälle. In Deutschland verzeichnen wir insgesamt 207.960 Infizierte  (Johns Hopkins University, Stand: 29.07.2020, 13:35 Uhr). Dem gegenüber stehen 191.220 Genesene.

Gute Geschäftslage, aber weniger Optimismus für Geschäftserwartungen.

Nachdem wir nun unsere Kurzbefragung einige Wochen haben Ruhen lassen, schauen wir heute auf die Zahlen der letzten zwei Wochen:

Im Vergleich zu unserem letzten Kurorte-Klima zeigen die Ergebnisse nicht mehr den Optimismus der noch Ende Mai/ Anfang Juni des Jahres bestand. Zwar bewerten die Teilnehmer die gegenwärtige Geschäftslage generell besser, aber die Erwartungen für die kommenden drei Monate sind sichtbar vorsichtiger.

Nachdem Anfang Juni noch drei Viertel der Teilnehmer die Geschäftslage in den eigenen Kurorten als schlecht bewertet haben, bewerten heute mehr als die Hälfte der Teilnehmer die Geschäftslage im eignen Kurorte als befriedigend (46,8%) oder gut (9,7%).

Reiselust oder Reisefrust? Viele Unsicherheiten und Einschränkungen bremsen Urlaubslust.

Natürlich verzeichnen wir flächendeckend wieder Neubuchungen (94,9%). Aber auch hier zeigen sich eindeutig die Gewinner und Verlierer der Krise auf allen Ebenen.

Rund 60 Prozent der Teilnehmer geben an, dass sie maximal 50 Prozent der Neubuchungen in Relation zu Vorjahren generieren. Nur 8 Prozent der verzeichnen Neubuchungen über 75 Prozent in Relation zu Vorjahren.

Die Zahlen für das dritte Quartal stabilisieren sich langsam. Aber auch heute können die Verluste der Schließungsphase nicht mehr ausgeglichen werden, bessern sich aber leicht im Vergleich zum letzten Kurorte-Klima. Für das dritte Quartal rechnet der Großteil der Teilnehmer mit Rückgängen der Gästezahlen von unter 25 Prozente (14,8%) bis maximal 50 Prozent (50,0%). Für 4. Quartal erwarten die Teilnehmer zwar weiterhin Rückgänge, aber in geringerem Ausmaß: Rückgänge über 75% werden von den Teilnehmern nicht ausgeschlossen, aber nur von knapp 4 Prozent der Teilnehmer erwartet. Gleichzeitig erwarten weitere 6 Prozent keine Rückgänge im Vergleich zu ihren Prognosen vor COVID-19.

Die Vitalisierung des Tourismus läuft.

Weiterhin freuen wir uns über die generell positive Entwicklung des Tourismus. Nichtsdestotrotz ist weiterhin ein gesundes Maß an Realismus geboten. Die Sommerferien sind im vollen Gang und die Zahlen der Infizierten steigen seit den letzten Wochen wieder deutlich an. Vorsicht, Rücksicht und Umsicht sind auch in den kommenden Wochen erforderlich, um die Entwicklung nicht zu stärken.

Learnings: Krise treibt Digitalisierung auch im Tourismus voran.

Positiv sind auch die Learnings, die unsere Teilnehmer während der letzten Wochen sammeln konnten, zu bewerten. An erster Stelle steht die Notwendigkeit der Digitalisierung und des digitalen Arbeitens. Zusätzlich wurde die Relevanz mobiler Arbeitsplätze und Schaffung neuer Zusammenarbeitsformen als wichtiges Learning genannt.  

Konnte Sie auch erste „Corona-Learnings“ für sich, ihren Betrieb oder ihre Destination ziehen?

Corona-Krisenmanagement und darüber hinaus: Bad Salzuflen als Best Practice Beispiel

Seit März hat das Corona-Virus SARS-CoV-2 Deutschland und damit auch den Deutschlandtourismus fest im Griff. Besonders zu Beginn des Shutdowns war schnelles Handeln gefordert – Touristenströme brachen zunächst vollkommen weg, (gesundheits-) touristische und kurörtliche Einrichtungen mussten geschlossen, Öffnungszeiten begrenzt, Sicherheitsregelungen eingehalten werden. Die 350 Kurorte und Heilbäder in Deutschland standen vor großen und vollkommen neuen Herausforderungen.

Wie also nun umgehen mit dieser Situation und auf dem Weg in eine neue Normalität? Was muss ich als Kurort beachten, wie kann ich meine Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen, mich langfristig erfolgreich positionieren und mich trotz Corona zukunftsfähig aufstellen? Im Destinationsmanagement sind für die kommenden Monate vor allem gezielte Koordination und Kommunikation notwendig. Auf der einen Seite müssen die Auswirkungen der Corona-Pandemie kontinuierlich erfasst, darauf basierend Angebote evaluiert und koordiniert sowie Partner unterstützt werden. Auf der anderen Seite sollte sowohl nach innen mit den Einwohnern, Partnern und Leistungsträgern sowie nach außen mit den Gästen eine dauerhafte und transparente Kommunikation etabliert werden, um u.a. Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln.


Stefan Krieger, Geschäftsführer der Staatsbad Salzuflen GmbH im nordrhein-westfälischen Sole-Heilbad und Kneipp-Kurort Bad Salzuflen, hat direkt zu Beginn der Krise schnell reagiert. Zunächst setzte die Staatsbad Salzuflen GmbH als Reaktion auf den Corona-Shutdown sofort alle Mitarbeiter und Leistungsträger über einen internen Mitarbeiterbrief sowie Newsletter über die aktuelle Lage und die geplanten Maßnahmen in Kenntnis. Eine Gesprächsrunde mit (gesundheits-) touristischen Leistungsträgern wurde einberufen, um die weitere Vorgehensweise und Maßnahmenansätze gemeinsam zu diskutieren.

Bad Salzufler Gäste wurden gleichzeitig über die neue Homepage sowie eine offizielle Pressemeldung informiert. Besucher erhielten u.a. Informationen über die voraussichtliche Dauer der Einschränkungen und geänderten Öffnungszeiten zum Schutz der Gäste und Einwohner, Verlangsamung der Ausbreitung des Virus und dem Schutz gefährdeter Mitmenschen.

(Gesundheits-) touristische Einrichtungen, wie beispielsweise das Vitalzentrum, wurden zum Schutz der Mitarbeiter, Gäste und Bevölkerung geschlossen, der Kurbetrieb heruntergefahren. Die Mitarbeiter des Kurgastzentrums standen jedoch mit eingeschränkten Öffnungszeiten sowohl Einwohnern als auch Leistungsträgern bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite – unter strenger Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften.

Neue Homepage des Staatsbad Salzuflen (Quelle: www.staatsbad-salzuflen.de)

Stufe 2: Enge Kommunikation mit den Gastgebern über Situation vor Ort und Hilfestellungen in der Krise

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden die mit dem Staatsbad kooperierenden Vermieter regelmäßig via Sondernewsletter über die aktuellen Geschehnisse und geplanten Maßnahmen informiert – über einen eigenen internen Vermieter-Bereich auf der Website können zudem aktuelle Informationen abgerufen und die Kontaktdaten der wichtigsten Ansprechpartner abgerufen werden. Auch die interne e-Learning-Plattform wurde angepasst und enthält nun einen eigenen Bereich „Corona: Neuigkeiten, Links, Beispiele“.

Stufe 3: Gezielte Kampagne nach dem Restart zur Gewinnung von Tages- und Übernachtungsgästen Herr Krieger entschied sich außerdem dazu, die gerade im März angelaufene Kampagne „Glücksbad“, die u.a. prominent auf der Website platziert war, aus gegebenem Anlass für mehrere Wochen auszusetzen. Im Zuge der ersten Lockerungen im Mai nahm die Staatsbad Salzuflen GmbH die Kampagne schließlich wieder auf – Urlaub in einem sicheren und mit gesundheitlichen und Hygienevorschriften bestens vertrauten Kurort ist im Zuge der Wiederaufnahme von Urlaubsreisen zunächst und auch sicherlich in den kommenden Monaten eine beliebte Wahl unter den deutschen Reisenden.

Einblick in die Wandelhalle in Bad Salzuflen (Quelle: Staatsbad Salzuflen GmbH)

Stufe 4: Schrittweise Eröffnung der kurörtlichen Einrichtungen und ergänzende Nutzung der Digitalisierung zur Schaffung zusätzlicher Wertschöpfung und gezielten Besucherlenkung

Auch die Öffnung des Kurparks zum Saisonauftakt sowie die Eröffnung des in diesem Jahr fertiggestellten Erlebnisraumkonzeptes Sole & Kneipp in der Wandelhalle mussten zunächst verschoben werden. Beide Attraktionen konnten im Zuge der Lockerungen in den vergangenen Wochen für Einheimische und Gäste geöffnet werden und erfreuen sich seitdem großer Beliebtheit. Gerade tagestouristische Angebot spielen momentan eine wichtige Rolle für Heilbäder und Kurorte und auch alle weiteren touristische Destinationen. Die Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften ist auch hier zu jedem Zeitpunkt gegeben, z.B. durch Beschränkung der Besucherzahlen und zahlreiche Hinweisschilder.

Schon seit einigen Jahren arbeitet Bad Salzuflen kontinuierlich an der Digitalisierung der gesamten Customer Journey. Unter anderem führte das Staatsbad 2018 die SalzuflenCard ein – eine der fortschrittlichsten Gäste- und Einwohnerkarten Deutschlands. Somit können im Zuge der Lockerungen und der (Wieder-) Eröffnung von Kurpark und Wandelhalle beispielsweise Besucherströme leicht gemessen und somit gezielt gelenkt werden. Auch der Einsatz sogenannter digitaler Chat Bots ermöglicht es dem Staatsbad, die wichtigsten Gästefragen auch außerhalb der Öffnungszeiten oder eben während des Corona-Lockdowns zu beantworten und somit den Kontakt zu den Besuchern zu halten.

Entdecken, entspannen, erleben in den Salzufler Parkwelten (Quelle: Staatsbad Salzuflen GmbH)

Zum Relaunch der Webpräsenz Ende 2019 wurde außerdem eine 360-Grad Virtual Reality Tour auf der Startseite integriert. So war auch während des Lockdowns ein digitaler Rundgang und die Veranschaulichung der Hauptattraktionen in Form eines virtuellen Erlebnisses für die Gäste möglich – gleichzeitig motiviert die Tour aber auch zu einem Vor-Ort-Besuch nach Corona.

Auf Basis dieser Maßnahmen ist die Staatsbad Salzuflen GmbH bisher gut durch die Krise gekommen. In den kommenden Monaten soll nun die Fortschreibung des Gesundheits- und Tourismuskonzeptes für Bad Salzuflen erfolgen, um auch in Zukunft den Herausforderungen und Nachwirkungen erfolgreich entgegenzuwirken, wettbewerbsfähig zu bleiben und den Salzufler Gästen einen sorgenfreien Urlaub ermöglichen zu können.


Erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Wie ist es Ihrer Destination in den vergangenen Wochen ergangen? Welche Learnings ziehen Sie aus der Krise und welche innovativen Maßnahmen werden gegebenenfalls auch zukünftig beibehalten? Gerne hören wir von Ihnen – Nutzen Sie die Kommentar-Funktion oder senden Sie uns eine Mail an kurorte@projectm.de.

Weiterlesen

Impulsinvestitionen in Thermen und Bäder angesichts der Corona-Pandemie von größter Bedeutung

Thermenprojekte, ob Neubau oder Sanierung werden weiter umgesetzt. Sie stärken die Heilbäder und Kurorte in Deutschland in ihrer Funktion als Freizeit- und Tourismusstandort für Einheimische und Gäste sowie als Gesundheitskompetenzzentren. Auf diese Investitionen in moderne touristische Infrastruktur kommt es zur Zukunftssicherung an.

Bad Vilbel – 200 MIO. € Investition in einen Thermenkomplex

So entsteht, als entscheidender Schritt des von PROJECT M entwickelten Tourismuskonzeptes, nun voraussichtlich die nächste „Mega-Therme“ der Firma Wund in Bad Vilbel. Im hessischen Heilbad im Wetteraukreis sollen auf einem rund 150.000 m² großen Grundstück rund 200 Mio. € stufenweise bis 2024 investiert werden. Geplant ist eine der größten Thermenkomplexe Deutschlands, bestehend aus einem Thermalbad, einem Sauna- und Gesundheitsbereich sowie ein „Kommunalbad“ und ein Familienbad mit gestuften Eintrittspreisen für rund 1,3 Mio. Gäste pro Jahr (Link: https://www.fnp.de/lokales/wetteraukreis/mega-therme-vilbel-trotz-corona-laufen-vorbereitungen-zr-13345257.html). Ähnlich wie z.B. in Bad Wörishofen, Bad Salzuflen, Burg im Spreewald, Bad Rothenfelde oder Titisee ist mit dieser privaten Investition auch die möglichst dauerhafte Sicherung des Prädikates verbunden sowie die Stärkung des Images und der Wirtschaftskraft vor Ort.

Neue Mega-Therme trotzt Corona-Pandemie – Konkrete Pläne (Quelle: Thermengruppe Wund-Stiftung in Frankfurter neue Presse vom 17.06.2020 (https://www.fnp.de/lokales/wetteraukreis/mega-therme-vilbel-trotz-corona-laufen-vorbereitungen-zr-13345257.htm)

Bad Königshofen, Bad Brückenau, Südharz – Investition im ländlichen Raum

Dass es auch trotz der schwierigen Zeiten im kleineren Umfang geht, zeigen exemplarisch drei weitere von PROJECT M aktuell begleitete Thermenprojekte in Heilbädern und Kurorten im ländlichen Raum. So wird in Kürze das neu gebaute Kurmittelzentrum in der FrankenTherme Bad Königshofen (Landkreis Rhön-Grabfeld) eröffnet. Aufbauend auf einem modularen Zukunftsprogramm wurde nun mit RÖFE-Mitteln der erste Baustein zur Attraktivierung und Stärkung des Standortes sowie der Gesundheitskompetenz umgesetzt. In Bad Brückenau, am Fuße der Bayerischen Rhön, laufen die Vorbereitungen zur Modernisierung der Therme Sinnflut und in der Gemeinde Südharz in Sachsen-Anhalt der Thyragrotte.

Allen aufgeführten Konzepten ist gemein, dass sie auf dem örtlichen Heilmittel fußen, Teil eines größeren, gezielt entwickelten attraktiven Erlebnisraumes (z.B. im Zusammenhang mit Kurpark, Kurhaus o.ä.) sind und der „genetische Code“ für die (Neu)Gestaltung auf regionalen Materialien und Regionalität fußt. Außerdem erlaubt eine gute akustische und visuelle Raumteilung, trotz Kompaktheit der Anlagen, die gleichzeitige Vereinbarkeit verschiedener Zielgruppen und Interessen. Hinzu kommen noch möglichst geringe CO2-Emissionen durch ein nachhaltiges Energiekonzept, Barrierefreiheit und ein hohes Maß an Landschafts- und Naturverträglichkeit.     

Die aufgeführten Projekte führen auch nachweislich bereits in der Umsetzungsphase aber erst recht nach der Realisierung und in Zukunft zu weiteren Investitionen in die private und kommunale touristische Infrastruktur. So modernisieren exemplarisch Hotels ihre SPA/Wellness-Bereiche, verändern ihre gastronomischen Angebote und modernisieren ihre Zimmer. Aber auch die Innenstädte und meist umliegenden Kurparkanlagen werden auf einen neuen Stand gebracht. 

Frankentherme in Bad Königshofen (Quelle: https://www.frankentherme.de/)

Für die Zukunft der Heilbäder & Kurorte sind solche Investitionen in die freizeitbezogene und kurörtliche Infrastruktur von enormer Bedeutung und stärken auch langfristig die Versorgungsfunktion und damit die Zentralität der Orte für die lokale und regionale Bevölkerung. 

Sollten Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder Überlegungen zur Modernisierung ihrer kurörtlichen Infrastruktur, z.B. als Teil einer Gesamtentwicklungsstrategie, bestehen, dann teilen Sie doch diese gerne mit uns oder sprechen Sie uns an. Die Zukunft beginnt jetzt.

Weiterlesen

Umfrage – Kurorte-Klima: Überblick über die aktuelle Geschäftslage und Auswirkungen auf Heilbäder und Kurorte – Die 11. Woche.

Auch weiterhin bestimmt der Corona-Virus unseren Alltag. Die Wirtschaft ist stark betroffen – härter als die im März 2020 von den Wirtschaftsweisen aufgestellte Konjunkturprognose für Deutschland. Fortan bestehen Unsicherheiten und Bedenken für die Zukunft.

Weltweit verzeichnen wir derzeit mehr als 6.663.000 Infektionsfälle. In Deutschland verzeichnen wir insgesamt 184.924 Infizierte  (Johns Hopkins University, Stand: 06.05.2020, 13:33 Uhr). Dem gegenüber stehen 168.400 Genesene. Heute sprechen wir von 16.524 aktiven Fällen, einer Reproduktionszahl von 0,80 (7-Tage-R-Wert, RKI, www.rki.de, Stand: 04.06.2020) und einer Verdoppelungszeit von 329 Tagen (Statista 2020, Stand: 03.06.2020).

Tourismus läuft langsam wieder an. Geschäftslage verbessert sich allmählich.

Nachdem freizeit-touristische Betriebe unter Auflagen ihre Türen wieder öffnen konnten, können auch nun auch zeitnah einige Schwimm- und Freibäder, Badeseen und Wellnessbereiche unter strenger Beachtung und Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen. Nicht aber alle! In Bayern müssen Schwimmbäder, Badeanstalten, Thermen, Wellnesszentren und Saunas weiterhin geschlossen bleiben, Freibäder und Außenanlagen dürfen öffnen (5. BayIfSMV, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege).

Das Licht am Ende des Tunnels kommt näher, denn die Geschäftslage verzeichnet eine positive Entwicklung. Heute bewertet knapp ein Viertel der Teilnehmer die gegenwärtige Geschäftslage in Ihrem Kurort als befriedigend (20,8%) oder gut (4,2%). Gegenüber dem letzten Kurorte-Klima (19.05.2020) ist das ein Einstieg von 11,7 (befriedigend) bzw. 2,4 Prozentpunkten (gut).

Auch die Geschäftserwartungen werden von den Teilnehmern seit der 3. Befragungswoche (Kurorte-Klima vom 07.04.2020) kontinuierlich positiver bewertet. Heute bewerten nur noch 4,2% der Teilnehmer die Geschäftserwartungen für die nächsten 3 Monate als schlechter. Wir verzeichnen einen Rückgang von 11,7 (eigener Kurort) bzw. 16,3 Prozentpunkten (Heilbäder & Kurorte in DE). Können wir davon ausgehen, dass wir das Tal der Tränen überwunden haben?

Reiselust ist da, aber: Strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen und geringere finanzielle Möglichkeiten bremsen Nachfrage.

Die Nachfrageentwicklung zeigt im Vergleich zum letzten Kurorte-Klima einen deutlichen Rückschritt. Die Hälfte der Teilnehmer bewerten die Nachfrageentwicklung nach einer möglichen Lockerung als schlechter im Vergleich zum Vorjahr. Entsprechend bewerten weitere 50% die Entwicklung im Vergleich als befriedigend (12,5%) oder besser (37,5). Wir verzeichnen einen Rückgang von 19,3 (befriedigend) bzw. 8 Prozentpunkten (besser).

Die Zahlen bestätigen die GfK-Studie „Reisen in Zeiten von Corona“: „Schnellstmöglich wieder innerhalb Deutschlands verreisen“ – das ist das Ziel von 24% der Befragten unter Berücksichtigung der genannten Hygienemaßnahmen. Ein Potenzial von 47% will erst noch abwarten, steht aber in den Startlöchern. Besonders in den Altersgruppen bis 49 Jahre ist der Anteil derjenigen, die schnellstmöglich eine Reise innerhalb Deutschlands antreten möchten höher als in den höheren Altersgruppen. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil derjenigen, die in diesem Jahr nicht verreisen werden.“

Die Zahlen für das zweite Quartal stabilisieren sich langsam. Die Verluste der Schließungsphase können auch im zweiten Quartal nicht mehr ausgeglichen werden, bessern sich aber leicht im Vergleich zum letzten Kurorte-Klima. Rund die Hälfte der Teilnehmer rechnet mit Rückgängen von über 75% im Vergleich zu den Prognosen vor COVID-19. Für das 3. und 4. Quartal erwarten die Teilnehmer zwar weiterhin Rückgänge, aber in geringerem Ausmaß: Rückgänge über 75% werden von den Teilnehmern ausgeschlossen. Im 4. Quartal prognostizieren sogar knapp 6% der Teilnehmer keine Rückgänge der Gästezahlen.

Entsprechend freuen wir uns über die weiterhin positive Entwicklung der Neubuchungen: Erstmalig überwiegend die Teilnehmer mit Neubuchungen. Knapp zwei Drittel der Teilnehmer verzeichnen Neubuchungen, davon ein Viertel über 50% in Relation zum Vorjahr. Gründe für derzeitige Nicht-Reisen nach Aufhebung der Reisebeschränkungen sind lauf GfK-Studie beispielsweise die strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen, geringere finanzielle Möglichkeiten oder auch das Desinteresse am Reiseland Deutschland.

Außenkommunikation und Neuorganisation als wichtigste Maßnahmen für den Weg aus der Krise.

Auch weiterhin arbeiten die Heilbäder und Kurorte, die Leistungsträger und Partner vor Ort auf Hochtouren, um den Weg aus der Krise in eine neue Normalität optimal gestalten zu können. Die Bewertung der wichtigsten Maßnahmen zeigt, dass einige Maßnahmen schon ergriffen und erfolgreich umgesetzt wurden. Beispielsweise wurden Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückgeholt. Dementsprechend können nun auch Ressourcen in Maßnahmen wie Außenkommunikation und -marketing, Neuorganisation und gezielte Produktentwicklung gesteckt werden.

Auch weiterhin sind wir sehr gespannt wie Sie als Experten vor Ort die Lage in den nächsten Wochen bewerten werden und möchten Sie auch heute schon bitten, sich an der Befragung auch in den kommenden Wochen zu beteiligen. Haben Sie Rückfragen? Sprechen Sie uns an.

Herzlich Willkommen! Die Beherbergungsbetriebe öffnen wieder Ihre Türen – Gastgeber-Familie Schlachter-Ebert im Gespräch.

Nachdem wir Ihnen ganz zu Anfang der Corona-Krise und der Schließungszeit der Beherbergungsbetriebe in unserem Blogbeitrag vom 26. März 2020 eine Checkliste an Sofort-Maßnahmen für Beherbergungsbetriebe in Krisensituationen zur Verfügung gestellt haben, sprechen wir im folgenden Beitrag mit einem Gastgebern über die Schließungszeit, Vorbereitungen für den Neustart sowie Chancen und Herausforderungen für die Zukunft.

„Wir sitzen alle in einem Boot und wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, werde wir die Zeit auch mit Auflagen und Beschränkungen gut meistern.“ betont Beatrice Ebert, Gastgeberin auf der Schlossanger-Alp.

Gastgeber-Familie Schlachter-Ebert ©Wellness- & Berghotel Schlossanger Alp

Seit dem 18.03.2020 sind die Beherbergungsbetriebe in Deutschland für touristische Reisen geschlossen. Die Küche bleibt kalt, die Mitarbeiter sind oftmals in Kurzarbeit. Die Kosten laufen jedoch weiter – Einnahmen bleiben aus. Schrittweise dürfen unsere Gastgeber nun wieder Ihre Türen öffnen und Gäste begrüßen. Wie die Gastgeber die Schließungszeit genutzt haben, welche Vorbereitungen derzeit für die Wiedereröffnung getroffen und welche Chancen, aber auch Herausforderungen für die Zukunft gesehen werden, haben wir bei Familie Schlachter-Ebert aus dem Luftkurort Pfronten im Allgäu nachgefragt.

GTB: Wie habt Ihr die Corona-bedingte Schließungszeit genutzt?

Fam. Schlachter-Ebert: Die Schließung war für uns alle zunächst ein Schock. Wir haben nicht damit gerechnet, dass es soweit kommt. Natürlich haben wir uns direkt mit der Frage „Wie lange wird die Schließungszeit andauern?“ befasst. Zunächst waren es vier, dann sechs, dann acht Wochen. Jetzt sind es knapp neun Wochen, die wir den Betrieb schließen mussten. Aber wir haben die Zeit sehr gut nutzen können: Wir haben viele Renovierungsarbeiten im Haus durchführen können, die wir während des normalen Betriebs nicht durchführen können. Auch in unseren Außenanlagen, im angrenzenden Wald, ist viel passiert. Viel haben wir selbst gemacht, dabei haben unsere Auszubildenden, die wir zunächst nicht in Kurzarbeit schicken konnten, tatkräftig angepackt. Anstatt zu kochen oder zu bedienen, haben wir gemeinsam das Haus und die Fenster gestrichen, haben Möbel abgeschliffen – auch unseren Spielplatz haben wir auf Vordermann gebracht. Wir haben gemerkt, welche Talente noch in uns schlummern und was man alles mit einer guten Anleitung schaffen kann. Natürlich standen unsere Handwerker uns mit Rat und Tat zur Seite. Unsere eh schon geplanten Umbauarbeiten in zwei Suiten konnten nun entspannter durchgeführt werden und wir haben uns Zeit für Dinge genommen, die oftmals geschoben werden: Wir erarbeiten unsere neue Website und haben natürlich auch mehr Freiraum für kreatives Denken bekommen.

Zusätzlich haben wir die Zeit mit der Familie genutzt. So viel Zeit, die wir jetzt als Familie gemeinsam hatten, haben wir zuletzt wahrscheinlich vor 20 Jahren gehabt, als wir Kinder klein waren.

©Wellness- & Berghotel Schlossanger Alp

GTB: Welche Vorbereitungen trefft Ihr sowohl im Hotel als auch in den Lofts, um Eure Gäste wieder begrüßen zu können?

Fam. Schlachter-Ebert: In der kommenden Woche starten wir mit unseren Mitarbeitern die Lofts für unsere ersten Gäste herzurichten. Schutz- und Hygienemaßnahmen treffen wir natürlich auch für unsere Gäste und Mitarbeiter. In unseren Lofts hält sich der Aufwand in Grenzen, da alle Einheiten voll ausgestattet sind. Es gibt keine öffentlichen Bereiche, das macht das Ganze einfacher. Der tägliche Frühstücksservice mit unserem Frühstückskorb erfolgt kontaktlos, die Zubereitung und Bereitstellung unsere Spezialitäten natürlich unter Einhaltung aller Auflagen.

Im Hotel auf der Alp sieht es anders aus: Die Auflagen sind umfassend, entsprechend braucht die Vorbereitung Zeit. Der Wellnessbereich ist weiterhin geschlossen. Wir bereiten die öffentlichen Bereiche mit Glasvorrichtungen bspw. an der Rezeption und Bar, mit Absperrband die Laufwege und Parkplätze sowie Informationsschildern bspw. an Ein- und Ausgänge vor. Logistisch gesehen ein irrer Aufwand. Wir stellen Schutzmasken sowie Desinfektionsmittel zur Verfügung und auch hier schulen wir alle Mitarbeiter. Wir wollen alles richtig machen, perfekt vorbereitet sein und unseren Mitarbeitern und Gästen höchste Sicherheit gewährleisten. Wir wollen als Teil des Ganzen an der positiven Entwicklung mitwirken und weitere Schließungszeiten vermeiden.

Unsere größte Herausforderung: Wir leben die Herzlichkeit. Wir haben so viele Stammgäste, zu denen wir und unsere Mitarbeiter einen persönlichen Draht haben. Wir dürfen Gäste nicht mehr wie gewohnt zur Begrüßung umarmen, auch ein Lächeln ist durch die Maske nicht sichtbar. Hier suchen wir nach Lösungen, wie wir unsere Herzlichkeit auch weiterhin unseren Gästen zeigen können.

GTB: Welche Herausforderungen und welche Chancen seht Ihr für die Zukunft des Betriebs?

Fam. Schlachter-Ebert: Wir blicken positiv in die Zukunft! Es wird irgendwann eine neue Normalität auch ohne Mundschutz und weiteren Schutzmaßnahmen kommen. Auch der Wellnessbereich wird wieder öffnen – es ist nur eine Frage der Zeit. Wir freuen uns sehr, dass die Buchungslage wieder immens hoch ist, seitdem wir wissen, dass wir öffnen dürfen. Wir merken auch, dass die Menschen Angst haben wegzufahren, wollen auch nicht wegfliegen. Was macht man dann in Deutschland: Man fährt an die See oder in die Berge! Wir sind in den Bergen, wir sind im Allgäu zuhause. Das Allgäu war immer schon ein beliebtes Urlaubsziel und die Beliebtheit wird in der nächsten Zeit auch noch steigen – das ist unser Glück. Unsere Ferienwohnungen werden als sehr sicherer Ort wahrgenommen, da die Gäste einfach unter sich sind und wir trotzdem alles bieten können, wenn die Gäste möchten. Viele unserer Stammgäste fragen an und wollen zu uns kommen, aber wir merken auch, dass wir viele Anfragen von neuen Gästen erhalten. Was für uns spannend ist: Es sind viele Gäste, die aus NRW oder sogar aus dem Norden kommen. Es erschließen sich neue Quellmärkte für uns. Wir sehen generell positiv in die Zukunft, aber das Virus wird bleiben. Natürlich kann eine zweite Welle kommen, was wir nicht hoffen, aber man muss solche Risiken berücksichtigen. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, sollten uns an die Auflagen und Maßnahmen halten und dann kann es in einigen Wochen schon wieder anders aussehen. Das sollte unser aller Ziel sein.

GTB: Vielen Dank für das gute Gespräch, Familie Schlachter-Ebert. Wir wünschen Ihnen einen guten Start! Bleiben Sie gesund!

Umfrage – Kurorte-Klima: Überblick über die aktuelle Geschäftslage und Auswirkungen auf Heilbäder und Kurorte – Die 9. Woche.

Seit knapp neun Wochen beschäftigen und leben wir in Deutschland mit dem COVID-19 Virus. Seit dem 17.03.2020 erfassen wir die aktuelle Lage in den Heilbädern und Kurorte Deutschland. Wir leben in herausfordernden Zeiten, denn das Virus hat unser berufliches und privates Leben grundlegend verändern. Auch wenn wir heute von einer überaus positiven Entwicklung der Fallzahlen berichten können, bestehen auch weiterhin Unsicherheiten und Bedenken für die Zukunft.

Natürlich infizieren sich weiterhin täglich Menschen mit dem Corona-Virus. Weltweit verzeichnen wir derzeit mehr als 4.867.000 Infektionsfälle. Die Entwicklung in Deutschland ist deutlich positiver im Vergleich zum letzten Kurorte-Klima vom 05.05.2020. Zwar verzeichnen wir in Deutschland insgesamt 177.574 Infizierte  (Johns Hopkins University, Stand: 19.05.2020, 20:32 Uhr), doch dem gegenüber stehen 155.681 Genesene. Heute sprechen wir von 21.893 aktiven Fällen, einer Reproduktionszahl von 0,91 (Robert Koch-Institut, Stand: 18.05.2020) und einer Verdoppelungszeit von 210 Tagen (Statista 2020, Stand: 19.05.2020).

Die Zeit für den Tourismus in der Corona-Krise ist gekommen!

Die Kontaktbeschränkungen bleiben bis zum 5. Juni weiterhin bestehen. Freizeit-touristische Betriebe konnten und können schrittweise Ihr Türen öffnen: Kultureinrichtungen, Museen, zoologische und botanische Gärten, u.ä. konnten unter Auflagen wieder öffnen. Auch Restaurants konnten Ihre Außenflächen öffnen, Innenbereiche werden folgen. Beherbergungsbetriebe öffnen je nach Bundeland ende Mai/ Anfang Juni für Gäste. Aber: Immer noch unklar, aber essenziell für unsere rund 350 Heilbäder und Kurorte, ist: Wann können kurörtliche Einrichtungen, Thermen und Bäder öffnen?

Zweifellos – die Geschäftslage ist auch heute noch schlecht, aber es ist nun definitiv ein Licht am Ende des Tunnels. Die Geschäftserwartungen zeigen es eindeutig: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer bewerten die Geschäftserwartungen für die nächsten 3 Monate als besser. Noch im letzten Kurorte-Klima (05.05.2020) waren die Erwartungen verhalten. Nur 13,8 Prozent der Teilnehmer bewerteten die Geschäftserwartungen (eigner Kurort) als besser. Auch die Ergebnisse der Zusatzfrage unterstreichen die Bewertung: Mehr als Dreiviertel der Teilnehmer bewerten die Nachfrageentwicklung nach möglichen Lockerungen im Vergleich zum Vorjahr als gleichbleibend (31,8%) oder auch besser (45,5%).

Reiselust kommt langsam zurück.

Die Zahlen für das zweite Quartal sind keine Überraschung. Nachdem die schrittweise Öffnung der Beherbergungsbetriebe je nach Bundesland auf Ende Mai/ Anfang Juni angesetzt wurde, kann der letzte Monat des Quartals die Verluste nicht ausgleichen. Knapp 60% der Teilnehmer rechnen mit einem Rückgang von über 75% im Vergleich zu den Prognosen vor der Pandemie. Die Prognosen für das dritte und vierte Quartal verzeichnen eine leicht positivere Entwicklung: Die Hälfe (3. Quartal) bzw. zwei Drittel (4. Quartal) der Teilnehmer prognostizieren Rückgänge von bis zu 50% davon 14,7% unter 25%.

Sehr erfreulich sind die Neubuchungen. 45,2% der Teilnehmer verzeichnen Neubuchungen. Wir verzeichnen ein Anstieg von 22 Prozentpunkten. Auch wenn die Relation zu den Vorjahren noch gering ist: Die Gastgeber freuen sich nun endlich wieder ihre ersten Gäste begrüßen zu dürfen, welche die Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen mit Leben füllen.

Vorbereitungen für den Start in die neue Normalität laufen auf Hochtouren.

Da es bis heute keine bundeseinheitliche Regelung zum Thema Tourismus gibt, ist Tourismus Ländersache – Entsprechend haben einige Bundesländer eigene Strategien zur Belebung des Tourismus erarbeitet. Zufolge ergreifen auch die Heilbäder und Kurorte sowie ihre Leistungsträger Maßnahmen für den Weg in die neue Normalität. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören aus Sicht der Teilnehmer:

  • Außenkommunikation und -marketing (64,86%),
  • Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückholen (37,84%),
  • Innenkommunikation und -marketing (29,73%),
  • Weitere Anpassungen/ Reduzierung von Kosten (27,03%),
  • Gezielte Produktentwicklung hinsichtlich Corona (27,03%),

Auch weiterhin sind wir sehr gespannt wie Sie als Experten vor Ort die Lage in den nächsten Wochen bewerten werden und möchten Sie auch heute schon bitten, sich an der Befragung auch in den kommenden Wochen zu beteiligen. Haben Sie Rückfragen? Sprechen Sie uns an.

Wie geht Neustart? – „Sicheres Reisen“ im Deutschlandtourismus

Der Neustart hat begonnen. Deutschlandweit entwickeln Touristiker Phasenmodelle dafür. In Deutschland am weitesten in den Planungen fortgeschritten sind die Nord-Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die beide differenzierte Pläne für ein Wiedereinsetzen des Tourismus entwickelt haben. Aber auch NRW, Baden-Württemberg und Bayern haben nachgezogen. Verschiedene Verbände, wie z.B. der Bundesverband der Campingwirtschaft (BVCD) und der Verband der Freizeitparks und -unternehmen (VDFU), haben ausgefeilte Konzepte vorgelegt.

Die Konzepte sollten auch wirtschaftlich nachhaltig aufgestellt sein, da aus medizinischer Sicht nur ein Impfstoff mit hohem Protektivitätsgrad (der ist bei einigen Impfstoffen nicht gegeben) und breiter Verfügbarkeit zu einem weitgehenden Normalzustand führen wird. Wann damit ein großer Anteil der Bevölkerung geimpft sein wird, ist zur Zeit noch nicht absehbar, es kursieren Schätzungen von 1,5 Jahren bis deutlich länger.

Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, einerseits bestehende Angebote “Corona-sicher” und zugleich mit Wohlfühlcharakter anzubieten, andererseits, wenn möglich, Angebote zu dem jetzt noch wichtiger gewordenen Thema Gesundheitsstärkung am Markt zu platzieren.  

Gleichzeitig hat sich deutschlandweit die Zahl der gemeldeten aktiv an SARS CoVid 19 Infizierten inzwischen auf ca. 24.000 reduziert. Die wichtige Kennzahl „Reproduktionsrate“ liegt zwischenzeitlich bei nur noch 0,76 (Quelle: Robert Koch Institut, www.rki.de, Stand: 03.05.2020). Verschiedene Länder haben erste touristische Angebote wieder zugelassen, allen voran Tiergehege, Zoos und botanische Gärten.  Viele Lockerungen sind für die nächsten Wochen angekündigt. Der schrittweise Neustart des Tourismus, den wir vor drei Wochen mit einem ersten Phasenmodell  für den Deutschlandtourismus vorgeschlagen haben, ist inzwischen im Gange.

Schon bald werden weite Teile des touristischen Angebots in Deutschland wieder zulässig sein.

Neue Aufgaben für das Destinationsmanagement.

Höchste Zeit also, den Neustart in den Ländern und Regionen zu organisieren. Doch was ist dabei eigentlich zu tun? Was benötigen die Leistungsanbieter, was benötigen die Gäste? Ganz sicher muss sich das Destinationsmanagement an vielen Stellen weiter entwickeln und den aktuellen Herausforderungen der Corona-Pandemie anpassen.


Wichtige ToDos im Destinationsmanagement beim Neustart

a) Management

  • Angebotskoordination: Aufbau bzw. Unterstützung der Leistungs- und Serviceketten für den Neustart, Umsetzung vertrauensbildender Maßnahmen (Sicherheit, Verhaltensregeln, Anreisemanagement, Besucherlenkung, abgestimmter Service …)
  • Unterstützung der Partner:  Koordination und Information der Stakeholder, Coaching, Beratung, Vermittlung von Best Practices und Problemlösungen, Trouble Shooting …
  • Monitoring: systematische Erfassung der Auswirkungen der Corona-Krise, der Entwicklung von Angeboten, Betrieben, der Gästewahrnehmung, der Gästebewegungen …

b) Kommunikation

  • Binnenkommunikation: Vermittlung von Schutz- und Hygienebestimmungen, Vermittlung der Organisation des Neustarts an die Partner, Beispiele und Best Practices für Corona-spezifische Angebote und Produkte
  • Gästekommunikation: Vorfreude-/ Sehnsuchtskampagnen + Vermittlung  von Sicherheit + Darstellung der verfügbarer Angebote und Leistungen

Die Bedürfnisse der Gäste verstehen: Wohlfühlen, Gesundheit und Sicherheit

Wichtig ist, die Emotionen und Bedürfnisse der Gäste in und nach Krisen zu verstehen: Neben den bekannten Reisemotiven sind Berechenbarkeit, Verlässlichkeit, Sorgfalt in Bezug auf Gesundheit und Schutz vor Infektionen im aktuellen Corona-Geschehen von großer Bedeutung. Diese Bedürfnisse lassen sich mit dem Begriff „Sicherheit“ zusammenfassen. In der Corona-Krise gilt es für das Destinationsmanagement, „Sicheres Reisen“, verbunden mit Wohlfühlen, zu organisieren und zu kommunizieren.

Beispiel im Video: Wie man „Sicheres Reisen“ mit „Wohlfühlen“ verbindet.

Auch wenn sich die Ergebnisse der Covid19 Reise-Umfrage des Wellnessreiseanbieters Spa-dich-fit.de mit mehr als 4.000 Teilnehmenden in Deutschland auf eine hotel- und wellnessaffine Grundgesamtheit beziehen, geben sie doch wichtige Hinweise. Die Bedeutung von Informationen zu den Corona-Schutzmaßnahmen in der Unterkunft und in der Destination wird als sehr hoch eingeschätzt.

Und: Dem Gast ist es wichtig, dass die angebotene Sicherheit abgesichert und unabhängig kontrolliert wird. Der Gast ist bereit, für diese Sicherheit zu bezahlen: Ca. 80% der Befragten sind bereit, eine Preissteigerung für die zusätzlichen Sicherheits- und Hygieneleistungen im Hotel mitzutragen.

Wie man „Sicheres Reisen“ im Deutschlandtourismus verankern könnte.

„Sicheres Reisen“ allerdings kann und muss, so unsere Auffassung, destinationsübergreifend, mindestens landesweit, besser noch national entwickelt und koordiniert werden. Es ist für den Gast weder sinnvoll noch zumutbar, sich mit verschiedensten Gegebenheiten in potenziellen Reisezielen auseinander setzen zu müssen. Selbst landesweit vereinheitlichte Standards sind angesichts der vielen Landesgrenzen übergreifenden Reisegebiete in Deutschland nicht ausreichend.

Es stellt sich die Frage, was im Deutschlandtourismus zu tun ist, um die Verbindung von Wohlfühlen mit „Sicherem Reisen“ aufzubauen und umzusetzen. Wir regen an, dass sich die Bundesländer und die Verbände im Deutschlandtourismus auf gemeinsame Mechanismen und Standards verständigen.

Sechs Vorschläge für die Umsetzung von „Sicherem Reisen“ im Deutschlandtourismus

  1. National abgestimmte Handlungsempfehlungen für die Umsetzung von Schutz- und Hygienebestimmungen für die verschiedenen Anbieterkategorien, Infrastrukturen und Einrichtungen
  2. Zusammenstellung der adäquaten Checklisten und Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Anbieterkategorien, Infrastrukturen und Einrichtungen im Deutschlandtourismus
  3. Entwicklung von national abgestimmten Muster-Krisenreaktionsplänen zur Nutzung in den Ländern und Regionen für den möglichen Fall des Auftretens eines regional begrenzten Infektionsgeschehens
  4. Best Practice-Pool für vorbildliche Angebote, Produkte  und Leistungsketten für die Kombination von „Wohlfühlen“ und „Sicherem Reisen“
  5. Qualifizierung und Unterstützung der Leistungsanbieter im Hinblick auf nachfragegerechte  Produkte und Angebote in der Kombination von „Wohlfühlen“ und „Sicherem Reisen“
  6. Einbindung von „Sicherem Reisen“ verbunden mit „Wohlfühlen“ in bestehende Qualitäts- und Servicezertifikate im Deutschlandtourismus
Weiterlesen

„Systemrelevanter Bestandteil der Gesundheitswirtschaft: Heilbäder und Kurorte leisten unverzichtbaren Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise!“ – Präsidentin Brigitte Goertz-Meissner im Gespräch

Die 350 staatlich anerkannten Heilbäder und Kurorte in Deutschland sind mit ihren kurörtlichen Einrichtungen, Leistungen und Rehabilitationskliniken ein systemrelevanter, unverzichtbarer Teil der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitsversorgungssystems. Sie sind ausgewiesene Versorgungs- und Kompetenzzentren für Nachsorge und Gesundheitsprävention und verfügen über medizinisch-therapeutische Kompetenzen und Qualifikationen, um einen substanziellen Beitrag in der Krise leisten zu können. In der Regel in den ländlichen Räumen gelegen, haben sie auch eine besondere strukturpolitische Bedeutung – im Hinblick auf ihre Wirtschaftskraft, die medizinische und therapeutische Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum und ihre gesellschaftliche Bedeutung. So stehen die Orte für knapp ein Drittel aller Übernachtungen in Deutschland und 510.000 hoch qualifizierte Arbeitsplätze.

“Die Kommunen der Heilbäder und Kurorte müssen dringend finanzielle Unterstützung erhalten!” betont Brigitte Goertz-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbänderverbandes e.V. Was jetzt für die Heilbäder und Kurorte wichtig ist? Hierzu waren wir mit Brigitte Goertz-Meissner im Gespräch.

Brigitte Goertz-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbänderverbandes e.V.

GTB: Der Deutsche Heilbäderverband e.V. hat gemeinsam mit den Landes- und Spartenverbänden und unter fachlicher Begleitung von PROJECT M und KECK Medical ein Papier „Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen: Der Beitrag der Heilbäder und Kurorte in Deutschland“ mit Forderungen nach finanzielle Unterstützungsmaßnahmen und der unmittelbaren, schrittweisen Öffnung der Gesundheitsrichtungen und -angebote erarbeitet und veröffentlicht. Was sind die Kernaussagen in diesem Papier?

Goertz-Meissner: Die Corona-Pandemie und ihre Folgen stellen die 350 Heilbäder und Kurorte in Deutschland vor existenzbedrohende Herausforderungen. Nicht nur Rehabilitationskliniken, Mutter/Vater-Kind-Kliniken und Beherbergungsbetriebe, sondern auch kommunale Thermen, Bäder, Kurmittelhäuser, Trink- und Wandelhallen uvm mussten schließen. Ausgerichtet auf die zahlreichen Patienten (oft chronisch Kranke) sowie auf gesundheitsbewusste Gäste haben die oft kleinen Kommunen eine äußerst kosten- und personal-intensive Gesundheitsinfrastruktur zu finanzieren bei aktuell Null Einnahmen! Vielerorts drohen Insolvenzen, die von Experten bereits vor Mitte des Jahres erwartet werden. 
Dass auch die Kommunen der Heilbäder und Kurorte dringend finanzielle Unterstützung erhalten müssen, um ihre in der Regel personal- und kostenintensiven Gesundheitseinrichtungen zu erhalten ist unsere dringlichste Forderung. Vor diesem Hintergrund fordern der Deutsche Heilbäderverband e.V., die Landesheilbäderverbände sowie die Spartenverbände folgende Maßnahmen:

  • Das bestehende Soforthilfepaket des Bundes und der Länder soll künftig auch kurörtlichen Unternehmen in einem staatliche anerkannten Kur- und Heilbad unabhängig von der Gesellschafts- und Rechtsform zur Verfügung gestellt werden. Dies soll ebenfalls für alle kurörtlichen Einrichtungen der Heilbäder und Kurorte in kommunaler Trägerschaft gelten wie beispielsweise Gesundheitszentren, Thermen, Gesundheitsbäder.
  • Die prädikatisierten Heilbäder und Kurorte sollen eine Pauschalförderung in Höhe der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Mindereinnahmen im Bereich der Kurtaxe, der Fremden-verkehrsabgabe und der Einbußen durch nicht erfolgte kurörtliche Veranstaltungen erhalten.
  • Die Vergabe von KfW-Krediten für kurörtliche Unternehmen und Einrichtungen soll unabhängig von der Gesellschafts- und Rechtsform der Betriebe und Organisationen zinslos und mit einer Laufzeit von 10 bis 15 Jahren, bei einer Aussetzung der Tilgung im ersten Jahr, erfolgen. Weitere Optionen für zusätzliche zinslose Darlehen sind darüber hinaus erforderlich.
  • Der Umsatzsteuersatz für alle Umsatzbereiche in kurörtlichen Gesundheitseinrichtungen, wie z.B. Thermen, Gesundheitszentren, Kurmittelhäuser soll auf 7 % gesenkt werden.
  • Für die Entwicklung und Bereitstellung von Maßnahmen der Nachsorge von durch SARS-COV-2 direkt und indirekt ausgelösten Erkrankungen sollen den Heilbädern und Kurorten Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.

Neben den finanziellen, dringend notwendigen Unterstützungsmaßnahmen ist es notwendig, die Gesundheitsangebote und -einrichtungen unmittelbar wieder zu öffnen, wobei der Schutz der Gesundheit selbstverständlich oberste Priorität hat. Was die erforderlichen Schutz- und Hygieneanforderungen anbelangt können die Heilbäder und Kurorte ihre langjährige Erfahrung und Kompetenz einbringen.

GTB: Die Heilbäder und Kurorte nehmen eine wichtige gesellschaftliche und gesundheitspolitische Funktion in der Nachsorge und Gesundheitsprävention ein. Warum ist eine unmittelbare Öffnung aus Ihrer Sicht so wichtig und was muss in den Heilbädern und Kurorten im Besonderen beachtet werden?

Goertz-Meissner: In der Folge der Corona-Pandemie werden nicht nur die unmittelbaren Folgen einer Corona-Erkrankung therapiert werden müssen sondern auch Begleiterkrankungen wie zum Beispiel psychische Belastungen, kardiologische und psychosomatische Folgeerkrankungen. Darüber hinaus müssen wir davon ausgehen, dass in Kürze gehäuft Patienten in unseren Rehabilitationskliniken therapieren werden müssen, die ihre Operationen aufgrund der Pandemie verschieben mussten oder wollten. Rehabilitation und Kuren im Hinblick auf die direkt und indirekt ausgelösten Krankheitsbilder erfahren somit einen erheblichen Bedeutungszuwachs. Auf diesen müssen wir uns alle schnellstmöglich vorbereiten.

GTB: Die Corona-Pandemie wird wohl auch umfassende mittel- und langfristige Auswirkungen haben. Wie wird sich die Pandemie aus Ihrer Sicht mittel- und langfristig auf die Heilbäder und Kurorte als wichtiger Bestandteil der Gesundheitswirtschaft auswirken? Welche Herausforderungen aber auch Chancen sehen Sie diesbezüglich?

Goertz-Meissner: Die größte Herausforderung wird sein, mit Soforthilfeprogrammen und Fördermitteln die hochwertigen, personal- und kostenintensiven,  in meinen Augen heute mehr denn je benötigten Gesundheitsinfrastrukturen  unserer Heilbäder und Kurorte zu erhalten und baldmöglichst den Bürgerinnen und Bürgern wieder zugänglich zu machen. Das sich in den vergangenen über 10 Jahren kontinuierlich steigende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, wird nach der Pandemie weiter wachsen.
 
Aufgrund der sich abzeichnenden Wirtschafts- und Finanzkrise wäre es in meinen Augen dringend erforderlich, dass auch der weniger einkommensstarken Bevölkerungsschicht der Zugang zu einer ambulanten Vorsorgemaßnahme (Kur) ermöglicht wird. In den vergangenen Jahren war die kontinuierlich wachsende Nachfrage in unseren Heilbädern und Kurorten eindeutig auf die einkommensstarke Bevölkerungsschicht zurückzuführen, die eine ambulante Vorsorgemaßnahme – oft in regelmäßigen Abständen – privat finanziert wahrnehmen konnte. Primär handelt es sich bei unseren Gästen, die eine ambulante Vorsorgemaßnahme oder sonstige Gesundheitsangebote wahrnehmen, um chronisch Kranke, wie z.B.  Rheumatiker, Asthmatiker, psychosomatisch Erkrankte oder Menschen mit dermatologischen oder orthopädischen Krankheitsbildern.
Sie alle können ihre Lebensqualität steigern, schlimmere Krankheits-verläufe hinauszögern oder gar abwenden. Diese Chance sollte man allen Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen weshalb wir seit vielen Jahren schon fordern, dass die ambulante Vorsorgemaßnahme nach §23 SGB V als Pflicht- und nicht wie bisher als Kann-Leistung verankert wird.   
Heilbäder und Kurorte sind ausgewiesene Versorgungs- und Gesundheitskompetenzzentren für Nachsorge und Gesundheitsprävention. Sie sind ein wichtiger Bestandteil im der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitssystems. Ich bin mir sicher, dass sie in und auch nach der Corona-Pandemie einen wichtigen Beitrag leisten können. Mittel- und langfristig werden sie immer weiter an Bedeutung gewinnen. Das Gesundheitsbewusstsein der Menschen wird nach der Pandemie noch deutlicher steigen. Der Trend nach natürlichen Heilmitteln ist ebenso seit Jahren erkennbar wie der Wunsch nach einer ganzheitlicher. All das bieten die staatliche anerkannten Heilbäder und Kurorte mit ihrer über 125-jährigen medizinischen und therapeutischen Tradition und Innovation.  

GTB: Vielen Dank für das gute Gespräch, Frau Goertz-Meissner. Bleiben Sie gesund!

Umfrage – Kurorte-Klima: Überblick über die aktuelle Geschäftslage und Auswirkungen auf Heilbäder und Kurorte – Die 7. Woche.

Auch weiterhin infizieren sich täglich Menschen mit dem Corona-Virus. Aktuell verzeichnen wir weltweit über 3.610.000 Infektionsfälle, davon 166.304 in Deutschland (Johns Hopkins University, Stand: 05.05.2020, 17:32 Uhr). Die Zahlen in Deutschland entwickeln sich langsam positiv. Den Infizierten stehen derzeit 135.100 Genesene gegenüber, sodass wir von 31.204 aktiven Fällen sprechen. Auch die Zahl der Neuinfizierten sinkt nach und nach. Die Verdoppelungszeit der Corona-Fallzahlen beträgt in Deutschland 97 Tage (Statista 2020, Stand: 04.05.2020).

Die ersten Länder lockern entsprechend die strengen Corona-Maßnahmen und öffnen schrittweise den Tourismus. Mit klaren Stufenplänen werden nun in Niedersachsen, Hessen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und weiteren Ländern zunächst touristische Einrichtungen und Betriebe sukzessive geöffnet. Morgen, am 06.05.2020 wird die Bundeskanzlerin erneut mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Viele von uns hoffen auf ein klares Signal für den Deutschlandtourismus und die Beantwortung von vielen Fragestellungen. Doch wie sieht es derzeit in den Heilbädern und Kurorte in Deutschland aus?

Zuversicht wächst: Die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate hellen weiter auf

Die Geschäftslage ist entsprechend der aktuellen Lage weiterhin schlecht. Dementgegen bewerten gut 85% der Teilnehmer die Geschäftserwartungen für die nächsten drei Monate als gleichbleibend oder besser. Noch im letzten Kurorte-Klima (21.04.2020) bewerteten rund 40% der Teilnehmer die Geschäftserwartungen noch schlechter als bisher. Dieser Wert ist in den letzten zwei Wochen um knapp 20 Prozentpunkte gesunken. Auch unsere Zusatzfrage spiegelt wider, dass wir kurz vor der schrittweisen Öffnung und dem Weg in eine „neue Normalität“ stehen. Die Nachfrageentwicklung nach möglichen Lockerungen bewerten einige Teilnehmer im Vergleich zum letzten Kurorte-Klima weiterhin positiv: Rund 2/3 der Teilnehmer bewerten die Nachfrageentwicklung befriedigend (25,9%) oder besser (37,0%) im Vergleich zum Vorjahr.

Rückgänge bestätigen weiterhin die alarmierende Lage. Aber: Nach und nach werden Neubuchungen verzeichnet.

Die Zahlen für das 2. Quartal des Jahres stabilisieren sich langsam. Die Lockerungen und Öffnungen werden schrittweise umgesetzt. In Bayern beispielsweise werden Gaststätten am 18.05 (Außenbereiche) bzw. 25.05 öffnen, Hotels erst am 30.05. Hingegen öffnen Gaststätten in Niedersachsen schon ab dem 11.05.2020, Hotels ab dem 25.05.2020 – natürlich unter Auflagen. Die Bewertung der Entwicklung der Rückgänge für das 2. Quartal ist keine Überraschung. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer rechnet mit einem Rückgang von über 75% im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 35,4% rechnen mit 50-75% Rückgang. Auch das 3. Und 4. Quartal wird in diesem Kurorte-Klima pessimistischer bewertet: Knapp 60% der Teilnehmer rechnen weiterhin mit Rückgängen von über 50% im Vergleich zum Vorjahr. Die essenzielle Frage, wann kurörtliche Einrichtungen wie Thermen & Bäder, Kurmittelhäuer, Wandelhallen, u.ä. wieder öffnen können bleibt auch heute unbeantwortet.

Positiv hingegen ist die Entwicklung der Neubuchungen. Ca. ¼ der Teilnehmer verzeichnen Neubuchungen – natürlich sind diese noch sehr verhalten und gering im Vergleich zu den Vorjahren. Der Drang der Menschen raus zukommen, die gewohnte Umgebung endlich verlassen zu dürfen, macht sich bemerkbar. Die Lust einen Urlaub zu planen und buchen ist spürbar – das bestätigten uns auch einige Betreiber von Beherbergungsbetrieben.

Die Zeit für den Tourismus nach Corona kommt!

Da nun den ersten Ländern konkrete Stufenpläne mit Lockerungen für den Tourismus beschlossen haben und diese zeitnah umgesetzt werden, sind wir sehr gespannt wie Sie als Experten vor Ort die Lage in den nächsten Wochen bewerten werden. Wir werden die Befragung fit für den Start in eine „Neue Normalität“ machen und möchten Sie auch heute schon bitten, sich an der Befragung auch in den kommenden Wochen zu beteiligen. Haben Sie Rückfragen? Sprechen Sie uns an.

1. Digitale Kurorte-Konferenz: Gemeinsame Position der Heilbäder & Kurorte für die Zeit nach der Krise gefordert – Fortsetzung bei 2. Konferenz am 06.05.20

Die 1. Digitale Kurorte-Konferenz von PROJECT M mit knapp 80 Entscheidern aus den Heilbädern und Kurorten brachte klare Impulse für die Vorbereitung des Neustarts nach der Krise. Im Kern ging es in zwei Workshop-Sequenzen und einer Podiumsdiskussion um die Fragen, wann und wie der Neustart erfolgen, in den Heil- und Kurbädern organisiert und gemanagt und wie ein Neustart aus gesundheitlicher und virologischer Sicht gestaltet werden kann. Ferner wurde über eine einheitliche Kommunikation in der aktuellen Situation und über zielgerichtete Angebote für die Nachsorge gesprochen.

Mit Vertretern aus Landesministerien, Landesheilbäderverbänden, Tourismus- und Kurdirektoren, Bürgermeistern und Leistungsträgern, Klinikchefs der Kurorte und Heilbäder sowie weiteren Interessierten aus ganz Deutschland wurden im Ergebnis folgende drei wesentliche Handlungsfelder herausgearbeitet, die es im Weiteren zu konkretisieren gilt:

  • Umgang in und mit der Krise (Innen- und Außenkommunikation, Krisenmanagement, etc.)
  • Angebots- und Produktentwicklung sowie Vertrieb im Hinblick auf relevante Marktsegmente mit Schwerpunkt auf Gesundheit sowie
  • “Systemrelevanz” und Bedeutsamkeit der Heilbäder und Kurorte als Kompetenz- und Versorgungszentren für Prävention und Nachsorge in und nach der Corona-Krise

Rolle und Bedeutung der Heilbäder und Kurorte in und nach der Corona-Krise

„Die Heilbäder- und Kurorte müssen sich auf einen starken dauerhaften Einbruch des etablierten Tourismus und auch Gesundheitstourismus auf bis zu zwei Jahren einstellen – und auch danach wird Vieles anders sein. Der Markt wird sich stark verändern. Die Kurorte und Heilbäder müssen jetzt ihre neue Rolle in dem Gesundheitssystem der Post-COVID-Zeit definieren und unverzüglich mit der Umsetzung beginnen“  so Dr. Andreas Keck, Geschäftsführer der KECK MEDICAL GmbH und des Syte Institute. „Systemrelevant ist das Angebot der Kur- und Heilbäder, da das Thema Gesundheit in und nach der Corona-Krise einen noch höheren Stellenwert erhalten wird. Die Angebote in den Kurorten und Heilbädern werden hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.“, so Cornelius Obier, Geschäftsführer der PROJECT M GmbH.

Verständigung auf übergreifendes Positionspapier der Bundes- und Landesverbände  – Abstimmungstermin bereits nächste Woche

Gefordert wird ein gemeinsames bundes- und länderweit übergreifendes Positionspapier der Heilbäder und Kurorte. Ein klares Bekenntnis hierzu und der Aufruf zur Zusammenarbeit erfolgte auf dem Podium durch Herrn Stefan Krieger, Kurdirektor von Bad Salzuflen und Vorstandsmitglied im Nordrhein-Westfälischen Heilbäderverband e.V.. Diesem Bekenntnis schlossen sich in der Diskussion die anderen auf dem Podium anwesenden Vertretern vom Heilbäderverband Niedersachsen e.V. (Vorstandsmitglied Dr. Maik Fischer) und vom Bayerischen Heilbäderverband e.V. (Vorsitzender des Marketingausschusses Thomas Jahn) an. Weitere anwesende Landesverbände erklärten direkt ihre Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung. So soll bereits nächste Woche ein Abstimmungstermin auch unter Mitwirkung des DHV stattfinden.

Wirken Sie mit: Befragung zu den Inhalten des Positionspapiers

In Vorbereitung dazu wird eine Kurzbefragung zu den Inhalten eines solchen Positionspapiers aus Sicht der Leser gestellt. Hierin können Sie die Inhalte des Positionspapiers mit begleiten. Beteiligen Sie sich gerne an der wöchentlich stattfindenden „Kurorte-Klima-Befragung“ auf diesem Blog!

Fortsetzung folgt: 2. digitale Kurorte-Konferenz findet am 06. Mai 2020

Eine zweite digitale Kurorte-Konferenz findet am 06. Mai 2020 statt und wird die Ergebnisse und Fragestellungen aus der ersten Veranstaltung aufnehmen und weiterentwickeln. Seien Sie dabei. Wir freuen uns auf Sie!