Nervöse Zeiten, blühende Natur

Natur und Gesundheit sind laut Werte-Index 2018 des Marktforschungsunternehmens Kantar TNS die wichtigsten Werte der Deutschen. Auch Zukunftsforscher Andreas Reiter bestätigt in seinem neuen Blog-Beitrag: „In Zeiten zunehmender Unsicherheit und[…] weiterlesen

Neues von der Stress-Front – die Digitalisierung führt zu mehr psychischen Erkrankungen

„Deutschland muss auf die Couch“ titelt „Die Welt“ in einem Leitartikel vom 28.12.2018. Sie greift damit das Thema der weiter zunehmenden psychischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft auf. Wir haben in diesem Blog bereits oft von den Strategien und Maßnahmen berichtet, die Heilbäder und Kurorte rund um das Thema „Mentale Gesundheit“ umsetzen. Heute greifen wir das Thema unter dem Blickwinkel der Digitalisierung auf.

Eine aktuelle Studie aus Bad Kissingen beleuchtet das Thema „Zeit für Gesundheit“ in Zeiten der Digitalisierung. Mit der Studie baut Bad Kissingen sein Profil rund um das Thema „Mentale Gesundheit“ weiter aus. Die Ergebnisse bestätigen in vielen Punkten die bekannte TK-Stress-Studie aus dem Jahr 2016 (https://www.tk.de/resource/blob/2026630/9154e4c71766c410dc859916aa798217/tk-stressstudie-2016-data.pdf).   

Von 1.049 repräsentativ befragten Deutschen im Alter von 18 bis 65 Jahren empfinden 44 Prozent der Befragten den Zeitmangel als eines der größten Hindernisse für einen gesunden Lebensstil. Das gilt besonders für die 25- bis 34-Jährigen, die mit Themen, wie Berufseinstieg und Familiengründung, besonders belastet sind. Hinzu kommt: 27 Prozent die Hektik der digitalen Welt als kräftezehrend. Nicht selten überschneiden sich Arbeits- und Privatleben durch die Nutzung von Smartphones für berufliche Zwecke außerhalb der Arbeitszeit und die als erforderlich wahrgenommene ständige Erreichbarkeit. Insbesondere die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen hat zudem Sorge, etwas zu verpassen. Inzwischen schaut nahezu jeder Vierte aus dieser Altersgruppe morgens zuerst auf das Handy. Dementsprechend sehen 58 Prozent der in der Studie Befragten in „Digital Detox“ eine Möglichkeit, ihre Gesundheit zu stärken. Das gilt vor allem die jüngsten Befragten, die 18- bis 24-Jährigen, eine bildschirmfreie Zeit als gesundheitsförderlich ein.

Marktüberblick: Vier Zugänge zum Gesundheitstourismus. Quelle: PROJECT M GmbH 201

Die Möglichkeiten, die sich für Heilbäder und Kurorte rund um die Auswirkungen der Digitalisierung ergeben, sind vielfältig. Sie lassen sich anhand der 4-Felder-Matrix verdeutlichen. An „Gesunde“ mit Urlaubsmotivation richten sich Lifestyle-Angebote, wie z.B. „Funkstille“ (www.hotel-hubertus.de/o-funkstille) oder „Offline-Urlaub“ (www.steiermark.com/de/urlaub/regeneration-wellness/offline-urlaub). „Digital Detox-Camps“ oder „Digital Retreats“ (z.B. http://www.thedigitaldetox.de/camps.html) wenden sich an Menschen, die mit einer Reise gezielt etwas für ihre Digitale Balance tun wollen. Dabei bedeutet „Digitale Balance“ die Fähigkeit zu einem ausgewogenen, kompetenten Umgang mit digitalen Medien. Dadurch kann Stress vorgebeugt und die Regeneration gefördert werden.

An Betroffene mit digitalem Suchtverhalten richten sich in der Regel Angebote von Kliniken. Die Betroffenenquote in der Bevölkerung ist nicht bekannt. Eine ältere Studie aus dem Jahr 2011 (PINTA) schätzte Prävalenz der Internetabhängigkeit auf 1,2 % bei den Männern und 0,8% der Frauen.  Auch hier gilt: je jünger, desto häufiger abhängig. Gemäß einer Studie der Bundeszen­tra­le für gesundheitliche Aufklärung sind in Deutschland sind mittlerweile rund 270.000 Jugendliche vom Internet abhän­gig. Die Zahl hat sich damit binnen vier Jahren nahezu verdoppelt. Die Digitalisierung bietet für Heilbäder und Kurorte somit auf lange Sicht vielfältige Möglichkeiten …


Geschrieben von Cornelius Obier

Ich bin Geschäftsführer der PROJECT M GmbH, einer im Gesundheits- und Medizintourismus führenden Unternehmensberatung im deutschsprachigen Raum. Gesundheits- und Medizin-tourismus gehört seit vielen Jahren zu meinen „Steckenpferden“. Seit 1996 habe ich in diesem Markt eine Vielzahl von Beratungsprojekten geleitet, bin Autor mehrerer Fachstudien, werde oft als Moderator oder Referent eingeladen. Medizin und Gesundheit auf der einen, Tou- rismus auf der anderen Seite: Mitunter finden die beiden Branchen nicht leicht zusammen. Ich kenne beide Seiten sehr gut und verstehe mich als Inspirator und Brückenbauer.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.