Autor: Detlef Jarosch

Fortsetzung der Studienreihe „Kompetenzanalyse Heilbäder und Kurorte“ mit Schwerpunkt Wirtschaftlichkeit von einnahmeschaffenden Schlüsselinfrastrukturen

Anhaltend steigender Kostendruck bedingt durch globale Krisen schmälert das Betriebsergebnis und gefährdet die Angebotsstrukturen der Heilbäder und Kurorte

Bereits vor der Pandemie standen die Heilbäder und Kurorte mit ihren kurörtlichen Infrastruktureinrichtungen vor großen Herausforderungen, wie u.a. hoher Investitionsstau, Sanierungs- und Modernisierungsbedarfe und wachsende Defizite im Betrieb sowie fehlende Rücklagen für dringende Erhaltungs- oder/und Attraktivierungsinvestitionen. Corona-bedingte Besucherrückgänge und damit verbundene Einnahmeausfälle, bei dennoch anfallenden notwendigen Betriebskosten, haben die Situation in den Heilbädern und Kurorten weiter verschärft. Hinzu kommt ein sich immer schneller veränderndes Gäste- und Konsumentenverhalten in Form von weiterhin steigenden Anforderungen an Qualität, Service und insbesondere Sicherheit und Digitalisierung sowohl im Ort selbst als auch in den Einrichtungen. Aktuell kommen einerseits durch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges exorbitant steigende Energiekosten und andererseits durch bereits bestehende und sich weiter veränderte gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen steigende Bau- und Instandhaltungskosten sowie absehbar steigende Personalkosten hinzu. Außerdem steht zu befürchten, dass es die neuen EU-Förderrichtlinien ab 2023 noch deutlich schwieriger machen, öffentliche Mittel für Investitionen in (gesundheits-)touristische Infrastruktur zu erhalten.

Die Corona Pandemie und der Personalmangel, wie in der Bali-Therme Bad Oeynhausen, führten in vielen Bädern zu zeitweisen Schließungen. (Foto: © Thorsten Gödecker)

Schlüsselrolle der einnahmeschaffenden kurörtlichen Infrastrukturen wie Bäder & Thermen, Kurmittelhäuser & Gesundheitszentren sowie Veranstaltungseinrichtungen

Die einzelnen Kurorte und Heilbäder werden diesen Rahmenbedingungen, die Herausforderungen aber zugleich auch Chancen darstellen, in unterschiedlichem Maße durch eine Weiterentwicklung der Infrastruktur und innovativer Angebotsgestaltung begegnen müssen, um sich am Markt zukunftsfähig aufzustellen und zu behaupten. Die seit 2020 (weiter) entstandenen Defizite und das Zurückstellen von notwendigen Investitionen, wie unser jüngster Kurorte-Monitor gezeigt hat (siehe Kurorte-Klima Juli), können nun nicht allein durch die seit diesem Jahr wieder steigende Nachfrage in den Orten kompensiert werden. Vielmehr ist es notwendig, neben adäquaten Beherbergungsangeboten, einem stimmigen Ortsbild, attraktiven öffentlichen Angeboten, insbesondere die Wirtschaftlichkeit speziell der einnahmeschaffenden Schlüsselinfrastrukturen, wie z.B. Bäder und Therme, auch betriebsseitig deutlich zu verbessern. Zusätzlich bedarf es einer klaren Profilierung sowie Optimierung auf der Angebotsseite, um eine höhere Gästeabschöpfung zu erreichen.

Nach der im Jahr 2016 durch die PROJECT M mit KECK medical deutschlandweit durchgeführten Studie „Health Infra“, mit einer detaillierten Aufarbeitung der damaligen Situation, der Entwicklungen und Perspektiven kurörtlicher Infrastrukturen, einer Repräsentativbefragung der Bevölkerung zum Thema Gesundheitstourismus sowie aufbauend auf der in 2022 veröffentlichten Trendstudie „TourismusPerspektive – Trends Cases und Erfolgsfaktoren“ (siehe TourismusPerspektive) soll in diesem Jahr eine aktuelle Erfassung der Situation sowie die Ableitung von konkreten Handlungsempfehlungen auf Basis von Best Practices erfolgen.

Imageprägende Infrastrukturen wie die die Therme Bad Aibling (@ 2022 Therme Bad Aibling) und das bade:haus Norderney (@Staatsbad Norderney GmbH)  stellen für  Heilbäder und Kurorte ein zentrales Profilierungselement dar.

Studie zur Optimierung der kurörtlichen Infrastruktur aus betriebswirtschaftlicher Sicht und unter dem Blickwinkel deutlich veränderter Rahmenbedingungen

Aus unserer Sicht und aus Gesprächen mit zahlreichen unserer Kunden bedarf es insofern eines Zukunftskonzeptes für die Schlüsselinfrastrukturen in den Kurorten und Heilbädern. Auch, um idealerweise ein Umdenken in der Förderpolitik zu erreichen, und die Notwendigkeit gezielter Unterstützungsmaßnahmen auch in Zukunft für die Heilbäder & Kurorte aufzuzeigen. Im Ergebnis soll dieses Zukunftskonzept Antworten auf folgende (Forschungs-)Fragen liefern:

  • Wie sieht die aktuelle Situation in den Heilbädern und Kurorten aus? Welche Entwicklungen zeichnen sich ab?
  • Was ist die adäquate Reaktion auf die gravierenden Marktveränderungen?
  • Was sind die Erfolgsfaktoren für eine wirtschaftlich tragfähige kurörtliche Infrastruktur?
  • Wie müssen sich Einrichtungen wie Thermen und Bäder, Gesundheits- und auch Veranstaltungseinrichtungen zukünftig entwickeln und / oder umorientieren, um Defizite auszugleichen und die kommunale Infrastruktur zu finanzieren (sog. Umkehrrentabilität)?
  • Und wie kann die Optimierung touristischer Infrastruktur finanziert werden, um langfristig die Angebotsstruktur zu erhalten, diese marktgerecht zu positionieren und, um Defizite deutlich zu reduzieren bzw. eine möglichst hohe Wertschöpfung zu generieren?

Geplant ist hierzu eine Befragung in den Kurorten und Heilbädern für Ende des 3., Anfang des 4. Quartals 2022. Parallel werden diese Daten schon jetzt um die bereits kürzlich aktualisierte und seit Anfang der Pandemie im Markt etablierte Kurorte-Klima Studie über diesen Blog ergänzt. Des Weiteren werden in das Zukunftskonzept Daten und Fakten aus dem DestinationQuality-Index für Heilbäder & Kurorte (https://destinationquality.de/) mit einfließen. So wird sichergestellt, dass sämtliche Aspekte und Interessenslagen (Kommune, Tourismus, Gast, Einheimische, Unternehmen) in dem Zukunftsmodell Berücksichtigung finden und profunde Aussagen generiert werden, die langfristig die Schärfung der Positionierung, eine Verbesserung der Zielgruppenansprache sowie eine zukunftsorientierte, nachhaltige Aufstellung der (einnahmeschaffenden) Einrichtungen in Kurorten und Heilbädern ermöglichen.

Verstärkung des Teams Gesundheitstourismus sowie Heilbäder und Kurorte am Standort Hamburg durch die sehr erfahrene Dr. Katja Zielke

Das Projekt-Team, dass sich für die Umsetzung dieser Zukunftsaufgabe verantwortlich zeichnet, setzt sich aus dem erfahrenen Experten im Bereich der (gesundheits-)touristischen Infrastrukturentwicklung, Detlef Jarosch (Mitglied der Geschäftsleitung bei PROJECT M), sowie Dr. Katja Zielke, die PROJECT M zu April 2022 als Senior Consultant an Bord geholt hat, und Markus M. Bloching, ebenfalls Senior Consultant mit weit über 20-jähriger Erfahrung im Betrieb und der Optimierung gesundheitstouristischer Infrastrukturen, zusammen.

Frau Dr. Katja Zielke verfügt über mehr als 18 Jahre Berufserfahrung in der Tourismus-, Hotel-, Spa- und Gesundheitsbranche. In 2004 startete sie ihre touristische Karriere bei der Deutsche Seereederei GmbH, u.a. mit dem Aufbau der Marke A-ROSA. Seit 2006 war sie in leitender Funktion bei der Premedion GmbH, verantwortlich für die strategische Entwicklung und Positionierung, Konzeptionierung, Marken- und Produktentwicklung sowie Marketing & Vertrieb von neuen und bestehenden SPA-, Wellness-, Gesundheits- und Fitnesseinrichtungen. Dabei war sie sowohl für unternehmenseigene Projekte als auch u.a. für die verschiedenen Häuser der DSR Hotel Holding im Bereich Spa, Wellness und Gesundheit sowie für externe Hotelketten und private Investoren tätig. Sowohl mit Dr. Zielke als auch mit M. Bloching stehen damit diesem Projekt, ergänzend zur bereits vorhandenen Expertise, zwei praxiserfahrene Berater für die Bereiche Wellness- und Gesundheitstourismus, Infrastrukturentwicklung und Destinationsmanagement zur Seite.

Weiterlesen

Kurorte-Klima

Unsicherheiten im Markt und steigende Inflation bedingen eher zurückhaltende Einschätzung in der Nachfrageentwicklung – Einsparungspotenziale, Profilschärfung und Investition als erste Reaktion

Mehr als zwei Jahre Corona-Pandemie haben die Tourismusbranche stark geprägt. Hinzu kommen aktuelle gesellschaftspolitische Ereignisse wie der Ukraine-Krieg und auch die Klimakrise. Im Ergebnis führen diese Faktoren zu tiefgreifenden Veränderungen und Rahmenbedingungen, die u.a. auch Einfluss auf die Entwicklung der touristischen Nachfrage hatten und haben. Diese Veränderungen zeigen sich auch und insbesondere in den Kur- und Heilbädern. Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau aus 2019 steht für zahlreiche der Kur- und Heilbäder nach unseren Informationen (noch) aus.

Vor diesem Hintergrund, haben wir unsere Kurorte-Klima Befragung genutzt und Anfang Juli 2022 erneut durchgeführt, um eine realistische Einschätzung der aktuellen Geschäftslage, der Geschäfteerwartung und der Nachfrageentwicklung in den Kurorten und Heilbädern in Deutschland zu erhalten.

Im Hinblick  auf die Bewertung der aktuellen Geschäftslage zeigt sich, dass ein Großteil der teilnehmenden Kurorte und Heilbäder sowohl die Lage im eigenen Kurort (66,7%) als auch der Heilbäder und Kurorte deutschlandweit (75,0%) als befriedigend bewertet. Dem Gegenüber bewerten nur 12,5% die Lage im eigenen Kurort und 18,8% die der Heilbäder und Kurorte in Deutschland als gut.

Für den eigenen Kurort erwarten 62,5% für die nächsten drei Monate eine gleichbleibende Geschäftserwartung, etwa ein Fünftel (20,8%) erwartet eine Verbesserung der individuellen Geschäftslage.

Zwei Drittel geben darüber hinaus an, dass die Nachfrage im eigenen Kurort in diesem Jahr 2022 niedriger ausfällt als noch im Jahr 2019. Etwa ein Viertel schätzt die Nachfrage auf ein ähnliches Niveau zu 2019 ein, während nur rund 7% eine höhere Nachfrage im eigenen Kurort verzeichnet.

Die Gründe für die im Vergleich zu 2019 geringere Nachfrage werden insbesondere in den Auswirkungen der Inflation gesehen. Auch die Corona-Pandemie ist nach wie vor ein hemmender Faktor in der Nachfrage in den Kurorten. 80% der Kurorte und Heilbäder geben an, dass die bestehende Unsicherheit auf Gästeseiten aufgrund von Corona die Nachfrage im eigenen Kurort zurückhält. Mehr als jeder Zweite konstatiert außerdem die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Grund, dass sich die Nachfrage in diesem Jahr bisweilen noch zurückhaltend darstellt. Bei den weiteren Gründen, die nicht durch die Antwortoptionen vorgeschlagen waren, sticht insbesondere ein Argument hervor: Die Möglichkeit wieder ins Ausland reisen zu können, sorgt dafür, dass die Nachfrage im eigenen Kurort zurückgeht.

Kurorte-Klima Infografik (Stand: Juli 2022)

Mit Blick auf mögliche Handlungsoptionen zur Steigerung der Nachfrage in den Kurorten und Heilbädern wird an erster Stelle die Attraktivierung und Modernisierung der wellness- und gesundheitstouristischen Einrichtungen, wie Thermen und Bäder genannt. Gefolgt von einer notwendigen Steigerung der Aktivitäten im Bereich Marketing sowie der Entwicklung eines breiteren touristischen Angebotes in den Kurorten und Heilbädern.

Die vier meist genannten Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, die mit etwas Abstand gegenüber den anderen Optionen genannt wurden, sind die Einsparung von Energiekosten, Erhöhung der Preise sowie Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur, nebst Schärfung der Profilierung.

Kurorte-Klima Infografik (Stand Juli 2022)

Auch weiterhin sind wir sehr gespannt und werden nachhalten, wie sich die touristische Nachfrage in den Kurorten und Heilbädern in den nächsten Wochen entwickeln wird. Wir freuen uns, wenn Sie hierzu Ihren Beitrag leisten und wir Ihr Interesse an einer Teilnahme geweckt haben. Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf; sprechen Sie uns an.

Weiterlesen

Einladung zum ersten digitalen “TalkTourism” am 20.10.2021 mit internationalen Talkgästen und Top-Beispielen

Heilbäder und Kurorte im Wandel – Folgerungen und Perspektiven für die (kurörtliche) touristische Infrastruktur

Veränderte Rahmenbedingungen, wie das neue GVWG aus dem Sommer (ambulante Badekur als Pflichtleistung), verändertes Konsum- und Gästeverhalten in der Post-Coronazeit sowie die Prozesse der Digitalisierung bieten Chancen aber zugleich auch Herausforderungen für die zukunftsfähige Aufstellung von Heilbädern und Kurorten. Neben der medizinisch-therapeutischen Infrastruktur sind adäquate Beherbergungsangebote, ein stimmiges Ortsbild sowie attraktive öffentliche Angebote wie Grünanlagen, Thermen und Bäder Schlüsselfaktoren.

Doch wie kann langfristig die Angebotsstruktur erhalten und marktgerecht positioniert sein? Welche Megatrends gilt es unbedingt zu beachten? Was ist die adäquate Reaktion auf die Veränderungen? Gibt es bereits erfolgreiche Beispiele an denen man sich orientieren kann? Und was sind die Erfolgsfaktoren für einen wirtschaftlich tragfähigen Kur- und Tourismusbetrieb?

Architektur als profilierendes Element im modernen Gesundheitstourismus © AQUA DOME – Tirol Therme Längenfeld © Therme Bad Aibling (v.l.)

Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen veranstalten wir gemeinsam mit Saint Elmo’s Tourismusmarketing und Prodinger Tourismusberatung aus Österreich am 20.10.2021 den 1. TalkTourism im Hangar 7 in Salzburg.

Der TalkTourism befasst sich jedoch nicht nur mit dem Themengebiet Gesundheitstourismus, sondern beleuchtet ergänzend dazu die Kernthemen Hospitality und Active Sports. Teilnehmende können sich auf spannende Einblicke in die Zukunft touristischer Infrastrukturen, Einschätzungen aus der Praxis, weitreichende Expertenmeinungen und Trendmonitorings freuen. Wir konnten dazu einen herausragenden Kreis an Key Note-Speakern und Talkgästen gewinnen: Persönlichkeiten wie Dr. Bertram Barth (INTEGRAL Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.), Dr. David Bosshart (GDI Gottlieb Duttweiler Institute), Oliver Schwarz (Ötztal Tourismus), Erich Bernard (BWM Architekten), Dr. Andreas Keck (KECK Medical),Thomas Jahn (Geschäftsführer AIB Kur und Bayerischer Heilbäderverband),  Bärbel Frey (AQUA DOME – Tirol Therme Längenfeld GmbH & Co KG), Thomas Nußmüller (Red Bull GmbH), Mag. Mathias Schattleitner (Schladming-Dachstein Tourismusmarketing GmbH), Catherine Wilson (Mountainbiketourismus-Expertin Schottland) und einige weitere bekannte Gesichter werden vertreten sein.

© Red Bull Hangar-7 GmbH

Seien Sie bei diesem zukunftsgerichteten Austausch digital dabei und melden Sie sich beim TalkTourism an. Wir freuen uns auf Sie!

Jetzt hier anmelden zum Talk Tourism am 20. Oktober 2021!

Den Link zur Anmeldung finden Sie hier: https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_yMHKLN_EQbKY4A6RAn5f5Q

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf Facebook und LinkedIn!

Umfrage – Kurorte-Klima: Überblick über die aktuelle Geschäftslage und Auswirkungen auf Heilbäder und Kurorte – Die 27. Woche.

Seit Anfang April 2021 ergänzen die niedergelassenen Ärzte neben den Impfzentren als zweite Säule die Impfstrategie und tragen damit zur Eindämmung der Pandemie bei. Bis zum 04.07. wurden in Deutschland rund 77.300.000 Impfdosen verabreicht. Damit sind nun rund 32.360.000 Personen (38,9 % der Gesamtbevölkerung) vollständig geimpft. Insgesamt haben über 46.970.000 Personen (56,5 %) mindestens eine Impf­dosis erhalten (Bundesministerium für Gesundheit, Stand 04.07.2021).

Mit den Lockerungen des öffentlichen Lebens öffnen allmählich auch die Einrichtungen in den Heilbädern und Kurorten Ihre Tore. Zuletzt zeichnet sich jedoch eine verstärkte Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland ab, welche das kontinuierliche Senken der Corona-Zahlen vorläufig gestoppt hat.

Tourismus läuft wieder an. Geschäftslage und Erwartungen verbessern sich deutlich.

Wegen der stark gesunkenen Zahlen wurden in nahezu allen Regionen Deutschlands Lockerungen der Corona-Maßnahmen umgesetzt beziehungsweise sind in Planung für eine baldige Umsetzung. Die bundesweite Notbremse, die ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 deutschlandweit einheitliche Regelungen vorgab, ist zum 30. Juni 2021 ausgelaufen. Dieser Nachricht erfreuen sich damit auch die Heilbäder und Kurorte in Deutschland. Nach fast sechsmonatiger Zwangspause konnten im Mai auch viele Anbieter der Heilbäder und Kurorte, darunter Thermal- und Schwimmbäder, schrittweise und unter Auflagen wieder eröffnen.

Die jüngsten Entwicklungen spiegeln sich auch in der Bewertung der Geschäftslage wider. Heute bewerten knapp drei Viertel der Teilnehmer die gegenwärtige Geschäftslage in Ihrem Kurort als befriedigend (60,87%) oder gut (11,59%). Gegenüber dem letzten Kurorte-Klima (19.01.2021), zu welchem 85% der Beteiligten die gegenwärtige Geschäftslage in ihrem Ort als schlecht bewerteten, zeichnet sich heute ein weitaus positiveres Bild ab. Die Geschäftserwartungen werden von den Teilnehmern heute ebenfalls wesentlich besser bewertet als noch zu Jahresbeginn. Heute bewerten 60,9% der Teilnehmer die Geschäftserwartungen für die nächsten drei Monate als besser, weitere 37,7% erwarten eine gleichbleibende Geschäftslage, nur 1,4% der Teilnehmer bewerten die Situation in den nächsten drei Monaten schlechter als zum heutigen Zeitpunkt.

Deutschland und Europa rücken als Reiseziele in den Vordergrund.

Auch die Nachfrageentwicklung zeigt im Vergleich zum letzten Kurorte-Klima einen deutlichen Fortschritt. Rund zwei Drittel der Teilnehmenden erwarten im 3. Quartal 2021eine steigende Nachfrage im eigenen Heilbad oder Kurort. Eine neueste Studie des Marktforschungsinstituts GIM research „Reisen 2021 – GIM-Studie zu aktuellen Reiseabsichten der Deutschen“ untermauert die positiven Tendenzen des Kurorte-Klimas. Danach planen 48% der Befragten einen Haupt-Urlaub im In- oder Ausland für das Jahr 2021, darunter geben 44% Europa als Reiseziel an, 37% der Befragten planen eine Haupt-Urlaubsreise im Inland. Nur 15% der Befragten geben eine Destination außerhalb Europas als Reiseziel an.  Gründe für die verzögerten Reiseplanungen sind laut GIM-Studie eine weiter zu unsichere Lage aufgrund von Corona, zu viele Urlaubsländer, die als unsicher gelten oder auch die Unsicherheit zu fliegen.

Die Effekte der Massen-Impfung werden zum aktuellen Zeitpunkt von den Teilnehmern perspektivisch positiv bewerten. Im dritten Quartal gehen die Teilnehmer noch von vorsichtigen Effekten aus. Über 60% der Befragten erwarten entweder keinen oder nur einen Anstieg von bis zu 25% der Nachfrage. Ab dem vierten Quartal diesen Jahres erhoffen die Teilnehmenden auch die Effekte der Impfung leicht in den Gästezahlen zu bemerken. Noch deutlicher wird es ab dem ersten Quartal des neuen Jahres 2022. Hier erhofft sich mehr ein Viertel der Teilnehmer eine Steigerung der Nachfrage von mehr als 50 (16,36 %) und 75 (9,09 %) Prozent.

Die Reiselust der Menschen und eine verstärkte Nachfrage nach inländischen Reisen als wesentliche Nachfragetreiber für den kurörtlichen Tourismus.

Die Hoffnung auf eine positive Nachfrage ruhen insbesondere auf drei Faktoren: Einerseits wird von mehr als 85% der Befragten eine Reiselust der Menschen nach den coronabedingten Reisebeschränkungen erwartet. Hinzu erhoffen über 67% der Befragten ein neues Interesse und eine verstärkte Nachfrage nach inländischen Reisen, worin sich die Kurorte-Umfrage auch mit den Ergebnissen des Marktforschungsinstituts GIM deckt. Rund die Hälfte der Befragten sieht den zunehmenden Impffortschritt als wichtigen Nachfragetreiber für den kurörtlichen Tourismus, je 44% respektive 42% entfallen auf das zunehmende Gesundheitsbewusstsein der Menschen sowie die Reiseerleichterungen durch den digitalen Gesundheitspass. Stärkere Angebote im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung sehen rund 10% der Teilnehmer als Nachfragetreiber für den Tourismus in den Heilbädern und Kurorten.

Weiteren Aufschwung nach der Corona-Durststrecke bringt hoffentlich der jüngst gefasste Beschluss des Gesundheitsausschusses des deutschen Bundestages mit sich, die Kur wieder als kassenfinanzierte Pflichtleistung für die Versicherten einzuführen. Durch das Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) werden ambulante und stationäre Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten von Ermessens- zu Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Mit diesem Thema und den damit verbundenen Chancen und Anforderungen für die Heilbäder und Kurorte werden wir uns im Herbst im Rahmen einer weiteren digitalen Kurorte-Konferenz im Herbst befassen. Näheres folgt in Bälde.

Auch weiterhin sind wir sehr gespannt wie Sie als Experten vor Ort die Lage in den nächsten Wochen bewerten werden und möchten Sie auch heute schon bitten, sich an der Befragung auch in den kommenden Wochen zu beteiligen. Haben Sie Rückfragen? Sprechen Sie uns an.

Tourismusförderung vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie – Förderquoten wurden deutlich erhöht und Zugänge speziell für Investitionsvorhaben in die touristische Infrastruktur vereinfacht

Heilbäder und Kurorte verzeichneten für das Jahr 2020, das – wie allgemein bekannt – ganz im Zeichen von Corona stand, schwerwiegende Einbußen in so gut wie allen Bereichen. Wie in unserem Blog-Artikel Neue Umfrageergebnisse – Kurorte-Klima: Rückblick auf 2020, Überblick über die aktuelle Geschäftslage und erste Abschätzungen zur Geschäftserwartung in den Heilbädern und Kurorten vom 19.01.2021 bereits dargelegt, ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen auch für 2021 kein abruptes und befriedigendes Abklingen in Aussicht.

Das Ausbleiben der Gäste, die Schließung der Kureinrichtungen und die dadurch entstandenen Umsatzeinbußen bringen die Verantwortlichen immer mehr in Bedrängnis. Instandhaltung und Wartung werden auf ein Minimum reduziert, an Investitionen in Modernisierung ist oft nicht zu denken. Bereits vor Corona waren vielerorts Einrichtungen wie Bäder & Thermen, Kurmittelhäuser, Kurparks etc. stark sanierungsbedürftig. Gelder sind in den Kommunen bereits vor dem drastischen Ausbleiben von Gewerbesteuern und Kurtaxen oft nicht vorhanden gewesen. Die Corona-Zeit wirkt zudem nun wie eine Kapsel, in der die Zeit der Visionen und Entwicklungsideen, allen voran aber der tatsächlichen Umsetzung von Maßnahmen stehengeblieben scheint. Die Lage spitzt sich immer weiter zu: Wie sollen zentrale und für die Kurorte überlebensnotwendige Einrichtungen am Laufen gehalten, geschweige denn für den „Neustart“ attraktiviert und für die Zukunft nachhaltig weiterentwickelt werden?

Ein Lichtblick: Tourismusförderprogramme in vielen Bundesländern mit überdurchschnittlichen Förderquoten ausgestattet und vereinfachten Zugängen

In der Gesellschaft ist längst angekommen, dass das Gastgewerbe am schlimmsten von den Auswirkungen der Pandemie betroffen ist. Aber wie sollen Einrichtungen, in denen zwischenmenschliche Interaktion und Kontakt zum Menschen das Produkt an sich ist, während des Lock-Downs ein Alternativangebot auf die Beine stellen? Der Lichtblick: Die jüngsten Entwicklungen in der Förderlandschaft zeigen, dass auch die Landesregierungen diese Situation erkannt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten reagiert haben – Die Fördersätze für kommunale (gesundheits-)touristische Einrichtungen wurden teilweise deutlich erhöht, der Weg zu den Fördertöpfen teils stark vereinfacht. Beispiele aus dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zeigen teilweise Förderquoten von bis zu 95 % für kommunale Investitionsvorhaben, sofern die deutlichen Einbußen durch die Pandemie stichhaltig durch den Antragsteller nachgewiesen werden. Dies ist sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass im vergangenen Jahr einige Maßnahmen aufgrund der Unsicherheit und knapper öffentlicher Kassen zurückgestellt wurden und damit noch aus der laufenden Förderperiode Gelder zur Verfügung stehen. Aber nicht unbegrenzt.

Erlebnisraumkonzept Sole & Kneipp, Außenpavillon Sole (c) Staatsbad Salzuflen GmbH

Voraussetzung: Die Maßnahmen müssen konzeptionell einwandfrei und schlüssig sein, die Ziele der regionalen und landesspezifischen Strategien klar fokussieren und die Notwendigkeit des Impulses und seiner Effekte klar herausgearbeitet werden. Zudem müssen alle Interessensgruppen aktiv und vollumfänglich beteiligt werden sowie eine enge Abstimmung mit den Förderstellen und Ministerien erfolgen. Der Weg ist sicher nicht trivial – das Ergebnis legitimiert diesen Aufwand jedoch.

Nachstehend eine kurze Zusammenfassung wichtiger Schritte auf dem Weg zur Fördermittelakquise vereinfacht als eine Art Check-Liste aus der langjährigen erfolgreichen Praxis der Begleitung:

  1. PROJEKTIDEE: Relevante Grundlagen und Rahmenbedingungen für das künftige Projekt, je konkreter, desto besser. Darauf aufbauend erfolgt die gezielte Fördermittelrecherche (z.B. über https://www.foerderwegweiser-tourismus.de/)
  2. PROJEKTQUALIFIZIERUNG: Hier gilt es alle Auflagen genauestens zu erfüllen und sich sehr eng bis zur endgültigen Einreichung mit den zuständigen Förderstellen abzustimmen. Beachten Sie: Man spielt in einem Team! Entscheidend für den Erfolg sind die Menschen, die im Projekt und in der Antragstellung involviert sind – Es gilt die Förderstelle mit ins Boot zu nehmen und als Team zu agieren
  3. ANTRAGSSTELLUNG: Die qualitativ hochwertige, präzise und gezielte Erarbeitung der Dokumente entscheidet über den Erfolg und v.a. die Förderquote. Die Erfahrung lehrt: Wer auf der Zuwendungsliste oben stehen will, braucht neben dem persönlichen Draht in erster Linie optimal erarbeitete Unterlagen und eindeutige Argumentationslinien!
  4. REALISIERUNG: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!“ Der Spatenstich stellt NICHT den Abschluss der Abstimmung mit der Förderstelle dar! Professionelle Projektsteuerung und -management sowie regelmäßige Abstimmung mit der Förderstelle bis zur Abgabe des abschließenden Verwendungsnachweises sind das A & O.

Die Auflagen und Anforderungen an die Fördermittelakquise können unterschiedlicher nicht sein. Es gibt kein Patentrezept. Sowohl zwischen den einzelnen europäischen Förderprogrammen wie LEADER, INTERREG oder Förderungen der „Gemeinschaftsaufgabe -Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW), als auch zwischen den einzelnen Bundesländern unterscheidet sich der Aufwand teilweise stark. In jedem Fall ist jedoch festzuhalten, dass es sich lohnt, bei jeder Investition die Möglichkeiten auf Förderung genauestens zu prüfen und ggf. das Projekt entsprechend der Förderrichtlinien weiter zu entwickeln.

Fakt ist: Aktuell ist der ideale Zeitpunkt, um sich nicht nur mental und strategisch, sondern auch infrastrukturell für die Zukunft aufzustellen, Impulse zu setzen und zentrale Ankereinrichtungen neu zu positionieren bzw. Neuinvestitionen zur Impulssetzung anzugehen. In jüngerer Zeit konnten wir an mehreren Standorten erfolgreich bei der Sicherung von Mitteln für Thermen & Bäder in der Rhön und im Harz und im Kreis Lippe für ein Erlebnisraumkonzept Sole & Kneipp unterstützen. Auf den Weg gebracht wurden seit Jahresbeginn nach Vorabklärung Anträge für ein Gesundheitszentrum auf einer Insel in Niedersachsen und aktuell wiederum für ein weiteres Bad im Harz.

Weiterlesen

Ambulante und stationäre Vorsorgemaßnahmen in anerkannten Heilbädern und Kurorten werden wieder Pflichtleistungen – Chance und Aufgabe zur Zukunftssicherung

Mit dem voraussichtlich im Sommer 2021 Inkrafttreten des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz – GVWG) besteht für eine Vielzahl der Heilbäder & Kurorte in Deutschland, die ihre medizinisch-therapeutische Qualität gehalten bzw. ausgebaut haben, endlich die Chance sowohl ambulante als auch stationäre Vorsorgemaßnahmen wieder als Kassenleistung anzubieten. Möglich wird es dadurch, dass diese Leitungen nun wieder Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden.

Quelle: © kudla / Shutterstock

Damit geht zum einen eine Forderung des Deutschen Heilbäderverband e.V. und verschiedenster Landesverbände in Erfüllung. Zum anderen werden aber auch die Heilbäder & Kurorte in ihrer Funktion als Gesundheitskompetenzzentren für Patienten, Gäste und Einheimische gestärkt. Gleichzeitig entspricht diese Entscheidung dem wachsenden Bedürfnis und der Bereitschaft in der Gesellschaft aktiv etwas für die Gesundheit zu tun sowie der wachsenden Nachfrage nach natürlichen bzw. naturnahen Heilmitteln. Gesundheit ist nur aufgrund von COVID 19 in nahezu allen Gesellschaftsschichten und Generationen das höchste Gut, sondern auch das zentrale Lebensziel und Synonym für ein gutes Leben. Eine klare Win-win-Situation sowohl für die Versicherten als auch die Heilbäder und Kurorte. Jetzt gilt es die richtigen Schritte zur Vorbereitung zu gehen und Vorbereitungsmaßnahmen konsequent umzusetzen. Aus unserer Sicht und Erfahrung wichtige TOP 8 Maßnahmen sind dabei:

  1. Profilierung – Thematische/heilmittelbezogene bzw. indikationsbezogene (Neu)Positionierung und Markenentwicklung des Ortes sowie der relevanten Angebote
  2. Produktoptimierung – Prüfung und Nachqualifizierung kurörtlicher Angebote auf Qualität und gegenwärtige Gästebedürfnisse
  3. Produktentwicklung – Entwicklung und Anerkennung von „neuen (Kompakt)Kurangeboten“ zu Schlüsselthemen wie Stressmanagement, Erschöpfung, Atemwege, Resilienz etc.
  4. Erlebnisraumentwicklung – Attraktivierung und stärkere Thematisierung der kurörtlichen Infrastruktur auf Basis einer Zukunftskonzeption für den Erlebnisraum – Basis- (z.B. TI, Kurpark, Wege, …), Supra- (z.B. Beherbergung, Gastronomie, Kliniken) und Aktivitätsinfrastruktur (Thermen, Themenwege, …)
  5. Innenmarketing – Gezielte Bewusstseinsbildung zur Bedeutung und Chance des Themas Gesundheitstourismus
  6. Netzwerkmanagement – Aufbau bzw. Weiterentwicklung (thematischer) Anbieternetzwerk zur Schaffung von verlässlichen Zusammenarbeitsstrukturen und -mechanismen, Entwicklung attraktiver Angebotsbündel, Rahmenprogramme, Impulsgebung, Kontaktvermittlung, etc.
  7. Marketing & Vertrieb – ortsbezogene Marketing- und Kommunikationsstrategie, Content-Erstellung und Kommunikationsfahrplan
  8. Marketing & Vertrieb überörtlich: konsequentes Zuweisermarketing und Vermarktungsoffensiven

Neben dem enormen Potenzial durch das Inkrafttreten des GVWG stellt auch die weiterhin anhaltende Corona-Pandemie mit Ihren Auswirkungen und Folgen zusätzliches Potenzial für die Heilbäder und Kurorte als Kompetenz- und Versorgungszentren für Gesundheit, Prävention und Rehabilitation dar. Natürlich belastet die Pandemie mit zahlreichen Infizierten und unterschiedlichsten Krankheitsverläufen unser Gesundheitssystem, denn auch heute, knapp ein Jahr nach dem der erste Infizierte in Deutschland gemeldet wurde, ist unklar wie sich das Coronavirus selbst und die Pandemie weiterentwickeln.

Gleichzeitig stärkt die Pandemie aber eben auch das Gesundheitswesen: Effekte wie beispielsweise die von der Gesellschaft verstärke Abwägung von notwendigen Terminen bei Ärzten oder gar in der Notaufnahme, entlastet medizinisches Personal und Rettungsstellen, die Entbürokratisierung von Behörden, Verwaltungen und Institutionen durch erleichterte Abrechnung und reduzierte Kontrollen sowie das Vorantreiben der Digitalisierung und damit der Ausbau von Telemedizin und die Beschleunigung der Einführung papierloser Rezepte aufgrund geltender Schutzmaßnahmen wie Abstandsregeln zahlen eindeutig auf das gegenwärtig bestehende Gesundheitswesen ein.


Zum Hintergrund: Mit der Gesundheitsreform in den 90er Jahren wurden die Pflichtleistungen gestrichen. Die Folgen: Die Heilbäder und Kurorte verloren zahlreiche Gäste und damit verschlechterte sich auch die wirtschaftliche Situation der Kommunen und Leistungsträger (sinkende Einnahmen durch Kurbeiträge, geringere lokale Wertschöpfung). Zugleich stiegen die Zahlen der Erkrankten beispielsweise durch Arbeitsunfälle und die Länge der Krankenstände, da notwendige Auszeiten zur Prävention und Stärkung von Körper, Geist und Seele fehlten.

Im Dezember 2020 wurde im Deutschen Bundestag das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz – GVWG) beschlossen. Das Gesundheitsministerium (BMG) nutzt die Pandemie, um richtige Schritte zur Weiterentwicklung des zukunftsfähiges Gesundheitssystem zu gehen. Es soll mehr Qualität, mehr Transparenz, bessere Leistungen und verstärkte Vernetzung in der Versorgung sicherstellen: Für die Krankenhäuser soll eine umfassende Qualitätsoffensive gestartet werden und die Versicherten sollen von verbesserten Leistungen profitieren.

Weiterlesen

Neue Umfrageergebnisse – Kurorte-Klima: Rückblick auf 2020, Überblick über die aktuelle Geschäftslage und erste Abschätzungen zur Geschäftserwartung in den Heilbädern und Kurorten.

Nachdem es über die Sommer- und ersten Herbstmonate letzten Jahres hinsichtlich der weiterhin anhaltenden Corona-Pandemie ruhiger war, kämpfen wir seit Mitte Oktober mit steigenden Infektionszahlen und Todesfällen gegen die zweite Welle und die ungezügelte Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 und die bekannten Mutationen.

Reisen war zwischenzeitlich wieder möglich, bis wir im November erneut in einen Teil-Lockdown gegangen sind. Da die Infektionszahlen kaum positive Entwicklung verzeichnen, wurden Maßnahmen stetig verschärft und der Teil-Lockdown konsequent verlängert. Erst langsam sind positive Effekte erkennbar: Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland aktuell bei 134. Die Zahlen schwanken weiterhin täglich. Bundesländer wie beispielsweise Schleswig-Holstein (89) verzeichnen laut RKI positivere Werte, andere wiederum melden weiterhin beunruhigend hohe Werte (Thüringen 274, Sachsen 245, Brandenburg 206). Zudem müssen wir mehr als 46.500 Todesfälle vermerken. Positiv: Die weltweiten Fortschritte bei Impfstoff und Medikamenten. In Deutschland konnten mit steigendem Tempo seit dem Impfstart am 27.12.2020 1,5 Mio. Menschen geimpft werden.

Leere Kassen und kaum Hoffnung auf zeitnahe Besserung.

Keine Überraschung: Die Geschäftslage ist schlecht. Mehr als 85% der Teilnehmenden werten für ihren eigenen Kurort aber auch die Heilbäder und Kurorte in Deutschland die gegenwärtige Geschäftslage als schlecht. Überraschend sind einige wenige Ausreißer, welche die Lage als befriedigend oder gar als gut bewerten, sodass sich die Frage stellt: Haben wir uns schon mit der Situation abgefunden und bewerten den Teil-Lockdown als „befriedigend“?

Auch der Ausblick für die nächsten drei Monate schürt keine Freude. Knapp 30% der Teilnehmenden bewerten auch die nächsten Monate als schlecht und mehr als die Hälfte der Teilnehmenden rechnet mit einer gleichbleibend schlechten Geschäftslage. Nicht verwunderlich, denn auch wenn viele von uns mit der Zulassung mehrerer Corona-Impfstoffe auf das neue Jahr 2021 hin gefiebert haben, kämpfen wir weiterhin mit Herausforderungen wie Virusmutationen, Lieferengpässen und einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Impfstoffen u.ä. Aber wir können einige Hoffnungsträger identifizieren! Immerhin bewerten 13,0 Prozent (eigener Kurort) bzw. 14,1 Prozent (Heilbäder und Kurorte in Deutschland) die Perspektive der nächsten Monate als zumindest besser ein.

Das Virus bestimmt die Tourismusbilanz 2020: Deutliche Verluste aber auch positive Entwicklungen während der Sommermonate.

Enorme Nachfragerückgänge, Umsatzausfälle und Betriebssterben prägten das Jahr 2020. Das bestätigen unserer Teilnehmenden mit ihren Bewertungen und Einschätzungen. Das erste Quartal, als das Virus noch von der Mehrheit als harmlose Grippe gesehen und nicht wirklich ernst genommen wurde, verläuft im Januar und Februar planmäßig – teilweise auch mit leicht positiven Entwicklungen. Insbesondere das zweite und vierte Quartal (erste und zweite Welle) zeigen die deutlichen Einbußen der Branche. Im zweiten Quartal verzeichnet ein Drittel der teilnehmenden Orte unter 25% der Gästezahlen in Relation zum Jahr 2019. Ein weiteres Drittel verzeichnet zwischen 25-50 Prozent. Im vierten Quartal verstärkt sich die Entwicklung, sodass knapp drei Viertel der Teilnehmenden maximal 50 Prozent der Gästezahlen in Relation zu 2019 verzeichnen.

Erfreulich hingegen das dritte Quartal des Jahres: Hier konnten einige Heilbäder und Kurorte starke Monate mit Rekordwerten oberhalb der 2019er Zahlen verzeichnen, denn auch Gästebefragungen sind eindeutig: Die Reiselust ist weiterhin groß. Die Menschen sehnen sich nach Urlaub außerhalb der eigenen vier Wände, obwohl sich zugleich auch das Reiseverhalten (mehr Sicherheit, Urlaub in der Nähe, etc. – vgl. Allianz Partners, Studie „Reisen nach dem Ausbruch von Covid-19“) unserer Gäste verändert hat und wohl auch nachhaltig verändern wird.

Grund zur Hoffnung auf ein Ende der Pandemie – Grund zur Hoffnung auf eine Verbesserung der Tourismuswirtschaft!

Aber dennoch ist davon auszugehen, dass sich unser Leben und somit auch Urlaube und Reisen nach und nach wieder normalisieren werden. Das zeigen auch die Ergebnisse zur Nachfrageentwicklung. Mehr als 55 Prozent der Teilnehmer gehen von einer anziehenden Nachfrage im zweiten Quartal 2021 aus. Weitere 38,5% bewerten die Lage eher vorsichtig, gegebenenfalls auch realistisch und gehen von einem Anziehen der Nachfrage im dritten Quartal aus.

Die Effekte der Massen-Impfung werden zum aktuellen Zeitpunkt von den Teilnehmern vorsichtig bewertet. Im ersten Quartal gehen die Teilnehmer von kaum spürbaren Effekten aus. Dies ist mit Blick auf die derzeitigen Herausforderungen wie Lieferengpässen und eingeschränkter Verfügbarkeit, der geplanten Verlängerung des Lockdowns und weiteren verschärften Maßnahmen auch aus unserer Sicht nachvollziehbar. Ab dem zweiten Quartal, ab dem mehr als die Hälfte der Teilnehmer mit einer anziehenden Nachfrage rechnen, erhoffen sie sich auch die Effekte der Impfung leicht in den Gästezahlen zu bemerken. Deutlicher wird es ab dem dritten Quartal. Hier erhofft sich mehr als ein Drittel der Teilnehmer eine Steigerung der Nachfrage von mehr als 50 (18,4 %) und 75 (18,4 %) Prozent.

Es bleibt weiterhin ungewiss wie genau sich die Pandemie und damit auch das Tourismusjahr 2021 entwickeln wird. Einen Überblick zur möglichen Entwicklung, den weiterhin zu beobachtenden Faktoren für die aktuelle Entwicklung sowie langfristig durch die Pandemie ausgelöste bzw. verstärkte Tendenzen und Entwicklungen finden Sie in unserem neusten Blogbeitrag auf unserem weiteren Blog tourismusperspektive.

Weiterlesen

Renaissance oder Sterben der Kurmittelhäuser zur Anwendung der natürlichen Heilmittel?

Sind die Kurmittelhäuser ein Relikt der kurörtlichen Tradition oder erleben sie gerade jetzt zur medizinisch-therapeutischen Anwendung, v.a. der ortsgebundenen und auch ortstypischen Heilmittel eine Renaissance?

Diese Frage lässt sich natürlich nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Sie hängt von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten wie z.B. des baulich-technischen Zustandes, der betriebswirtschaftlichen Situation, des Wettbewerbs (z.B. Klinikstrukturen, Privatanbieter etc.), der Eingliederung ggf. in eine Therme oder Bädereinrichtung und auch des Stellenwertes der Heilmittel in der Anwendung vor Ort ab.

Oftmals veraltete Einrichtungen verbunden mit hohem jährlichen Zuschussbedarf v.a. in 2020

Fakt ist, dass die meist kommunal bzw. durch kommunale Gesellschaften betriebenen Kurmittelhäuser durch die COVID-19 bedingten monatelangen Schließungen die jeweiligen Eigentümer stark belasten – keine Einnahmen aber meist hohe laufende Kosten trotz Kurzarbeitsregelung. Wer nicht bereits zuvor darüber nachgedacht hat, wie die Zukunft der jeweiligen Einrichtung aussehen soll und ob man sich den Betrieb noch weiter leisten möchte, wird sich diese Frage jetzt stellen (müssen).

Viele Einrichtungen, egal ob in den alten oder neuen Bundesländern sind wirklich in einem sanierungs- bzw. renovierungsbedürftigen Zustand und können oft nicht mit privat- oder klinikgeführten Angeboten mithalten. Sie sind zwar noch funktional, aber zunehmend hinsichtlich z.B. Erscheinungsbild, Privatsphäre des Patienten/Gastes (fehlende Raumtrennungen bei Kabinen), Ausstattung, Raumgrößen nicht mehr zeitgemäß und damit insbesondere an den Selbst(mit)zahler schwer zu vermarkten.

Anwendungen mit natürlichen Heilmitteln werden bei gleichzeitig steigendem Anspruch zunehmend stärker nachgefragt – Einige Heilbäder reagieren mit Modernisierungsmaßnehmen

Aus Marktsicht gewinnen die Heilmittel und damit verbundene naturheilverfahrensbasierte Anwendungen bei den Kunden an Sympathie und Nachfrage. Dies hängt auch mit dem allgemeinen Trend zu (anerkannten) Naturheilverfahren, Nachhaltigkeit und steigender Naturverbundenheit zusammen. Dementsprechend haben Heilbäder wie Noderney ihr „badehaus“ modernisiert und setzen bei der gesamten Infrastruktur auf das Thema Thalasso. Oder Bad Salzuflen stellt mit den Parkwelten und der Modernisierung der Gradierwerke das Thema Sole in den Vordergrund. Das dortige Vitalzentrum wird gleichzeitig auf Effizienz getrimmt und mit weiteren Partnern zu einem Kompetenzzentrum Gesundheit weiterentwickelt. Ein Standort in Südbayern plant ein neues Moorbadehaus und in Bad Königshofen durften wir die Konzeption, die Planung und den Bau eines neuen Kurmittelzentrums als Teil der Modernisierungsstrategie der FrankenTherme begleiten. Dort sind auch neue zeitgemäße Anwendungsbereiche für Moor- und Thermalwasseranwendungen geschaffen worden, die sich schnell einer großen Nachfrage erfreuen.

Was sind nun Erfolgsfaktoren für moderne Kurmittelhäuser und was sollte bei der Prüfung der Zukunftsfähigkeit beachtet werden?

  • Räumliche Verbindung mit medizinischen Versorgungszentren bzw. Arztpraxen einerseits oder Integration in Thermen und Badeeinrichtungen andererseits 
  • Konzentration auf die Inwertsetzung der örtlichen und orts-gebundenen Heilmittel zur Abdeckung eines möglichst differenzierten gesundheitsfördernden Spektrums
  • Konzentration der Angebote auf bestimmte Indikationen und Themen analog zur (angestrebten) Profilierung des Ortes und des Umfeldes
  • Spezifische heilmittelbezogene gesundheitsfördernde Angebote für den Selbstzahlermarkt mit möglichst separierten Bereichen
  • An die Bedürfnisse der Patienten adaptierte Hotel-Strukturen nahe der Behandlungseinrichtungen

Wie ist es um den Zustand Ihres Kurmittelhauses bestellt? Gerne unterstützen wir auch Sie bei der Überprüfung der Markt- und Wettbewerbsfähigkeit oder der Zukunftsausrichtung mit nachhaltiger Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Aus unserer Sicht und Erfahrung haben gut aufgestellte Kurmittelhäuser eine reale Marktchance, doch werden in die Jahre gekommene Häuser immer deutlicher abgehangen und vom Markt verschwinden. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Corona-Krisenmanagement und darüber hinaus: Bad Salzuflen als Best Practice Beispiel

Seit März hat das Corona-Virus SARS-CoV-2 Deutschland und damit auch den Deutschlandtourismus fest im Griff. Besonders zu Beginn des Shutdowns war schnelles Handeln gefordert – Touristenströme brachen zunächst vollkommen weg, (gesundheits-) touristische und kurörtliche Einrichtungen mussten geschlossen, Öffnungszeiten begrenzt, Sicherheitsregelungen eingehalten werden. Die 350 Kurorte und Heilbäder in Deutschland standen vor großen und vollkommen neuen Herausforderungen.

Wie also nun umgehen mit dieser Situation und auf dem Weg in eine neue Normalität? Was muss ich als Kurort beachten, wie kann ich meine Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen, mich langfristig erfolgreich positionieren und mich trotz Corona zukunftsfähig aufstellen? Im Destinationsmanagement sind für die kommenden Monate vor allem gezielte Koordination und Kommunikation notwendig. Auf der einen Seite müssen die Auswirkungen der Corona-Pandemie kontinuierlich erfasst, darauf basierend Angebote evaluiert und koordiniert sowie Partner unterstützt werden. Auf der anderen Seite sollte sowohl nach innen mit den Einwohnern, Partnern und Leistungsträgern sowie nach außen mit den Gästen eine dauerhafte und transparente Kommunikation etabliert werden, um u.a. Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln.


Stefan Krieger, Geschäftsführer der Staatsbad Salzuflen GmbH im nordrhein-westfälischen Sole-Heilbad und Kneipp-Kurort Bad Salzuflen, hat direkt zu Beginn der Krise schnell reagiert. Zunächst setzte die Staatsbad Salzuflen GmbH als Reaktion auf den Corona-Shutdown sofort alle Mitarbeiter und Leistungsträger über einen internen Mitarbeiterbrief sowie Newsletter über die aktuelle Lage und die geplanten Maßnahmen in Kenntnis. Eine Gesprächsrunde mit (gesundheits-) touristischen Leistungsträgern wurde einberufen, um die weitere Vorgehensweise und Maßnahmenansätze gemeinsam zu diskutieren.

Bad Salzufler Gäste wurden gleichzeitig über die neue Homepage sowie eine offizielle Pressemeldung informiert. Besucher erhielten u.a. Informationen über die voraussichtliche Dauer der Einschränkungen und geänderten Öffnungszeiten zum Schutz der Gäste und Einwohner, Verlangsamung der Ausbreitung des Virus und dem Schutz gefährdeter Mitmenschen.

(Gesundheits-) touristische Einrichtungen, wie beispielsweise das Vitalzentrum, wurden zum Schutz der Mitarbeiter, Gäste und Bevölkerung geschlossen, der Kurbetrieb heruntergefahren. Die Mitarbeiter des Kurgastzentrums standen jedoch mit eingeschränkten Öffnungszeiten sowohl Einwohnern als auch Leistungsträgern bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite – unter strenger Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften.

Neue Homepage des Staatsbad Salzuflen (Quelle: www.staatsbad-salzuflen.de)

Stufe 2: Enge Kommunikation mit den Gastgebern über Situation vor Ort und Hilfestellungen in der Krise

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden die mit dem Staatsbad kooperierenden Vermieter regelmäßig via Sondernewsletter über die aktuellen Geschehnisse und geplanten Maßnahmen informiert – über einen eigenen internen Vermieter-Bereich auf der Website können zudem aktuelle Informationen abgerufen und die Kontaktdaten der wichtigsten Ansprechpartner abgerufen werden. Auch die interne e-Learning-Plattform wurde angepasst und enthält nun einen eigenen Bereich „Corona: Neuigkeiten, Links, Beispiele“.

Stufe 3: Gezielte Kampagne nach dem Restart zur Gewinnung von Tages- und Übernachtungsgästen Herr Krieger entschied sich außerdem dazu, die gerade im März angelaufene Kampagne „Glücksbad“, die u.a. prominent auf der Website platziert war, aus gegebenem Anlass für mehrere Wochen auszusetzen. Im Zuge der ersten Lockerungen im Mai nahm die Staatsbad Salzuflen GmbH die Kampagne schließlich wieder auf – Urlaub in einem sicheren und mit gesundheitlichen und Hygienevorschriften bestens vertrauten Kurort ist im Zuge der Wiederaufnahme von Urlaubsreisen zunächst und auch sicherlich in den kommenden Monaten eine beliebte Wahl unter den deutschen Reisenden.

Einblick in die Wandelhalle in Bad Salzuflen (Quelle: Staatsbad Salzuflen GmbH)

Stufe 4: Schrittweise Eröffnung der kurörtlichen Einrichtungen und ergänzende Nutzung der Digitalisierung zur Schaffung zusätzlicher Wertschöpfung und gezielten Besucherlenkung

Auch die Öffnung des Kurparks zum Saisonauftakt sowie die Eröffnung des in diesem Jahr fertiggestellten Erlebnisraumkonzeptes Sole & Kneipp in der Wandelhalle mussten zunächst verschoben werden. Beide Attraktionen konnten im Zuge der Lockerungen in den vergangenen Wochen für Einheimische und Gäste geöffnet werden und erfreuen sich seitdem großer Beliebtheit. Gerade tagestouristische Angebot spielen momentan eine wichtige Rolle für Heilbäder und Kurorte und auch alle weiteren touristische Destinationen. Die Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften ist auch hier zu jedem Zeitpunkt gegeben, z.B. durch Beschränkung der Besucherzahlen und zahlreiche Hinweisschilder.

Schon seit einigen Jahren arbeitet Bad Salzuflen kontinuierlich an der Digitalisierung der gesamten Customer Journey. Unter anderem führte das Staatsbad 2018 die SalzuflenCard ein – eine der fortschrittlichsten Gäste- und Einwohnerkarten Deutschlands. Somit können im Zuge der Lockerungen und der (Wieder-) Eröffnung von Kurpark und Wandelhalle beispielsweise Besucherströme leicht gemessen und somit gezielt gelenkt werden. Auch der Einsatz sogenannter digitaler Chat Bots ermöglicht es dem Staatsbad, die wichtigsten Gästefragen auch außerhalb der Öffnungszeiten oder eben während des Corona-Lockdowns zu beantworten und somit den Kontakt zu den Besuchern zu halten.

Entdecken, entspannen, erleben in den Salzufler Parkwelten (Quelle: Staatsbad Salzuflen GmbH)

Zum Relaunch der Webpräsenz Ende 2019 wurde außerdem eine 360-Grad Virtual Reality Tour auf der Startseite integriert. So war auch während des Lockdowns ein digitaler Rundgang und die Veranschaulichung der Hauptattraktionen in Form eines virtuellen Erlebnisses für die Gäste möglich – gleichzeitig motiviert die Tour aber auch zu einem Vor-Ort-Besuch nach Corona.

Auf Basis dieser Maßnahmen ist die Staatsbad Salzuflen GmbH bisher gut durch die Krise gekommen. In den kommenden Monaten soll nun die Fortschreibung des Gesundheits- und Tourismuskonzeptes für Bad Salzuflen erfolgen, um auch in Zukunft den Herausforderungen und Nachwirkungen erfolgreich entgegenzuwirken, wettbewerbsfähig zu bleiben und den Salzufler Gästen einen sorgenfreien Urlaub ermöglichen zu können.


Erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Wie ist es Ihrer Destination in den vergangenen Wochen ergangen? Welche Learnings ziehen Sie aus der Krise und welche innovativen Maßnahmen werden gegebenenfalls auch zukünftig beibehalten? Gerne hören wir von Ihnen – Nutzen Sie die Kommentar-Funktion oder senden Sie uns eine Mail an kurorte@projectm.de.

Weiterlesen

Impulsinvestitionen in Thermen und Bäder angesichts der Corona-Pandemie von größter Bedeutung

Thermenprojekte, ob Neubau oder Sanierung werden weiter umgesetzt. Sie stärken die Heilbäder und Kurorte in Deutschland in ihrer Funktion als Freizeit- und Tourismusstandort für Einheimische und Gäste sowie als Gesundheitskompetenzzentren. Auf diese Investitionen in moderne touristische Infrastruktur kommt es zur Zukunftssicherung an.

Bad Vilbel – 200 MIO. € Investition in einen Thermenkomplex

So entsteht, als entscheidender Schritt des von PROJECT M entwickelten Tourismuskonzeptes, nun voraussichtlich die nächste „Mega-Therme“ der Firma Wund in Bad Vilbel. Im hessischen Heilbad im Wetteraukreis sollen auf einem rund 150.000 m² großen Grundstück rund 200 Mio. € stufenweise bis 2024 investiert werden. Geplant ist eine der größten Thermenkomplexe Deutschlands, bestehend aus einem Thermalbad, einem Sauna- und Gesundheitsbereich sowie ein „Kommunalbad“ und ein Familienbad mit gestuften Eintrittspreisen für rund 1,3 Mio. Gäste pro Jahr (Link: https://www.fnp.de/lokales/wetteraukreis/mega-therme-vilbel-trotz-corona-laufen-vorbereitungen-zr-13345257.html). Ähnlich wie z.B. in Bad Wörishofen, Bad Salzuflen, Burg im Spreewald, Bad Rothenfelde oder Titisee ist mit dieser privaten Investition auch die möglichst dauerhafte Sicherung des Prädikates verbunden sowie die Stärkung des Images und der Wirtschaftskraft vor Ort.

Neue Mega-Therme trotzt Corona-Pandemie – Konkrete Pläne (Quelle: Thermengruppe Wund-Stiftung in Frankfurter neue Presse vom 17.06.2020 (https://www.fnp.de/lokales/wetteraukreis/mega-therme-vilbel-trotz-corona-laufen-vorbereitungen-zr-13345257.htm)

Bad Königshofen, Bad Brückenau, Südharz – Investition im ländlichen Raum

Dass es auch trotz der schwierigen Zeiten im kleineren Umfang geht, zeigen exemplarisch drei weitere von PROJECT M aktuell begleitete Thermenprojekte in Heilbädern und Kurorten im ländlichen Raum. So wird in Kürze das neu gebaute Kurmittelzentrum in der FrankenTherme Bad Königshofen (Landkreis Rhön-Grabfeld) eröffnet. Aufbauend auf einem modularen Zukunftsprogramm wurde nun mit RÖFE-Mitteln der erste Baustein zur Attraktivierung und Stärkung des Standortes sowie der Gesundheitskompetenz umgesetzt. In Bad Brückenau, am Fuße der Bayerischen Rhön, laufen die Vorbereitungen zur Modernisierung der Therme Sinnflut und in der Gemeinde Südharz in Sachsen-Anhalt der Thyragrotte.

Allen aufgeführten Konzepten ist gemein, dass sie auf dem örtlichen Heilmittel fußen, Teil eines größeren, gezielt entwickelten attraktiven Erlebnisraumes (z.B. im Zusammenhang mit Kurpark, Kurhaus o.ä.) sind und der „genetische Code“ für die (Neu)Gestaltung auf regionalen Materialien und Regionalität fußt. Außerdem erlaubt eine gute akustische und visuelle Raumteilung, trotz Kompaktheit der Anlagen, die gleichzeitige Vereinbarkeit verschiedener Zielgruppen und Interessen. Hinzu kommen noch möglichst geringe CO2-Emissionen durch ein nachhaltiges Energiekonzept, Barrierefreiheit und ein hohes Maß an Landschafts- und Naturverträglichkeit.     

Die aufgeführten Projekte führen auch nachweislich bereits in der Umsetzungsphase aber erst recht nach der Realisierung und in Zukunft zu weiteren Investitionen in die private und kommunale touristische Infrastruktur. So modernisieren exemplarisch Hotels ihre SPA/Wellness-Bereiche, verändern ihre gastronomischen Angebote und modernisieren ihre Zimmer. Aber auch die Innenstädte und meist umliegenden Kurparkanlagen werden auf einen neuen Stand gebracht. 

Frankentherme in Bad Königshofen (Quelle: https://www.frankentherme.de/)

Für die Zukunft der Heilbäder & Kurorte sind solche Investitionen in die freizeitbezogene und kurörtliche Infrastruktur von enormer Bedeutung und stärken auch langfristig die Versorgungsfunktion und damit die Zentralität der Orte für die lokale und regionale Bevölkerung. 

Sollten Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder Überlegungen zur Modernisierung ihrer kurörtlichen Infrastruktur, z.B. als Teil einer Gesamtentwicklungsstrategie, bestehen, dann teilen Sie doch diese gerne mit uns oder sprechen Sie uns an. Die Zukunft beginnt jetzt.

Weiterlesen